Zwischen den Stühlen….

Als Fan und Mitglied von Borussia Dortmund bin ich Reinhard Rauball und Hans-Joachim Watzke zu tiefster Dankbarkeit verpflichtet. Ohne die Herren würde es den Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund nicht mehr geben. Und wenn doch, würde er vermutlich irgendwo in der NRW-Liga spielen. Eigentlich müsste man beiden für das, was sie für den Verein seit 2004 bis heute getan haben, ein Denkmal bauen. Wäre da nicht die Rolle beim Thema „Sicheres Stadionerlebnis“.


Natürlich, ich bin enttäuscht, dass Borussia Dortmund sich nicht hinter seine Fans und Mitglieder gestellt hat und die Fan-relevanten Anträge gestern abgelehnt hat. Aber als Demokrat kann ich damit Leben.

Enttäuscht bin ich über die Rolle Rauballs, welche ich als sehr unbefriedigend empfinde. Die Punkte, die verabschiedet wurden erwecken bei mir den Eindruck, dass sie vorallem auf Druck der politischen Schaumschläger wie Jäger, Schünemann und Friedrich verabschiedet wurden. Das wird die Hardliner natürlich beflügeln nach dem Motto: Wenn die Politik mit Polemik an ihr Ziel kommen, können wir Fans das auch. Sicherlich, der politische Druck war groß und Rauball musste die Fronten befriedigen, aber sich dann hinzustellen und zu erzählen, man hätte sich nicht dem Druck der Politik gebeugt, halte ich für albern. Die Außenwirkung ist einfach keine gute in meinen Augen. Statt die Konfrontation mit den Schünemanns, Wendts, Jägers oder Friedrichs dieser Welt zu suchen, die mit teils populistischen Vorschlägen die Debatte zusätzlich angeheizt haben, ist die Liga eingeknickt. Auch hätte man klar publizieren müssen, dass Ganzkörperkontrollen im Grunde nichts anderes als intensivere Kontrollen sind, wie man sie auch am Flughafen hat (Danke für die Info an unseren Fanbeauftragten). Damit hätte man sicherlich die Situation etwas beruhigen können.

„Es gibt keine Sieger und Verlierer. Mit diesem Kompromiss können sich die meisten arrangieren. Nur diejenigen, die auf Gewalt und Pyrotechnik aus sind, werden damit nicht zufrieden sein.“

Die Aussagen von Watzke, dass jeder Fan mit dem Sicherheitskonzept leben kann, außer er wäre Pyromane oder Gewalttäter, waren aber die Krönung. Watzke bedient sich ja nicht selten der Polemik, wenn er seine Meinungen formuliert, aber eine Vielzahl der Mitglieder und Fans, die in den letzten Wochen geschwiegen, demonstriert und auf der Jahreshauptversammlung kritik geäußert haben als Gewalttäter abzustempeln, empfinde ich als diffamierend.

Für mich persönlich haben Watzke und Rauball sehr unglücklich agiert und einiges an Sympathien verspielt. Und es wird für die aktiven Kräfte nicht nur in Dortmund schwierig werden, den Hardlinern zu verdeutlichen, dass man trotz allem immer noch auf den Dialog setzen will und muss. Das dies auch nach der gestrigen Entscheidung der einzige Weg ist, steht dabei außer Frage.

Eine Antwort auf „Zwischen den Stühlen….“

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