Zum Glück ist die Saison zu Ende…

… wird sich wohl jeder in der Mannschaft vom Ballspielverein Borussia 1909 e.V. Dortmund gedacht haben. Betrachtet man die Leistungen in den letzten Partien kommt man auch als Fan nicht drum herum sich einzugestehen, dass die Mannschaft absolut im roten Bereich war. Nicht, dass es schlecht gewesen ist, was wir zusehen bekommen haben, aber es war eben auch ein deutliches Zeichen, dass die Mannschaft in der Breite verstärkt werden muss, um die möglichst lange Doppel- bis Dreichfachbelastung in der neuen Saison aufzufangen und nicht so abzustürzen wie der HSV in den letzen 2 Jahren zum Saisonende. Für viele Fans beginnt nun aber die lange Leidenszeit, trotz Fußballweltmeisterschaft im Juni/Juli.

Klar, eine Sommerpause mit einem großen Turnier ist mir immer noch lieber als eine Sommerpause ohne solch ein Turnier, aber die Emotionen, die mit einem Pflichtspiel der Borussia verbunden sind kann mir eine Fußball-WM oder -EM nicht vermitteln. Natürlich würde mich ein erfolgreiches Turnier der Nationalmannschaft freuen und ich fiebere mit der Nationalmannschaft auch mit, aber dem Ballspielverein kann sie niemals das Wasser reichen. Bevor ich mich aber zu sehr mit der WM beschäftige, komme ich lieber zum gestrigen Abschluss der Bundesliga sein.

Für den BVB ging es im letzen Saisonspiel ins ach so beschauliche Freiburg. 1068 km und ca. 12 Stunden für ein letztes, bedeutungsloses Pflichtspiel standen als auf dem Plan. Um 8 Uhr fuhr ich mit einer mir bis dato fast unbekannten Bullibesatzung von Dülmen in Richtung Schweizer Grenze. Leider war die Bullibesatzung vorher auf Grund von Krankheit und Arbeit um 2 Personen dezimiert, was aber nicht so schlecht war, hatte man doch reichlich Platz. Die ersten 150 km wurden dann auch gleich erstmal in entspannter Körperhaltung verpennt. In Wetzlar entdeckte man 2 Bayernfans und 2 Blaue, die nach kurzer Pause gemeinsam in das selbe Auto stiegen und gen Mainz fuhren. Was die Bayernfans da wollten, entzieht sich meiner Kenntnis, aber vielleicht die Blauen provozieren. Gibt halt dämliche Menschen, die sich dann auch noch beschweren, wenn es Backenfutter gibt. Nun ja…

Nach kurzer Pause, in denen sich 2 Mitfahrer morgens um 10 schon mit allerlei fleischigem aus dem Hause Burger King entdeckten, ging es dann unaufhaltsam in Richtung Stau. Satte 16 Kilometer wurden schon den ganzen Vormittag über angekündigt. Da wir aber wenig Lust hatten, uns da 90 (hörte man später) Minuten reinzustellen, fuhren wir via Landstraße von Achern nach Offenburg und somit um den Stau herum, was uns nur 30 Minuten gekostet hat.  Nachdem wir uns dann durch die völlig verstopfte Freiburger Innenstadt gequält hatten, erreichten wir dann den angestrebten Parkplatz in Nähe des Stadions. Von da ging es dann durch die idyllische Wohnsiedlung in Richtung Stadion. Wie in Bochum steht das Stadion aus hier Mitten in einer Wohnsiedlung.

Im Stadion selber, was ich ohne große Kontrollen betreten konnte, ging es direkt zum örtlichen Wurstbrater. Die Thüringer war wirklich sehr lecker, auch wenn sie die Bratwurst an der Reithalle in Dortmund natürlich nicht toppen kann. Das Stadion ist einfach nur unglaublich klein, die Heimtribüne gibt jedoch einen idyllischen Blick auf ein Stück Schwarzwald. Der Gästesteher war von oben betrachtet das Schlimmste, was man als Gästefan in der Bundesliga geboten bekommt. In der letzten Ecke, kein Dach drüber, kein Vorsängerpodest, ein nerviger Zaun und ein engmaschiges Fangnetz. Dazu ist der eigentlich Gästesitzplatzblock mit einer Barriere aus Plexiglas umzäunt. Aber auch die Zuschauer selbst sind dort scheinbar nicht an die Gepflogenheiten der Bundesliga gewöhnt. So gab es unzählige Diskussionen im benachbarten Block L, weil dort die BVB-Fans wie üblich stehen wollten. Da hatte der gemütliche Breisgauer aber was gegen und so mussten sich die meisten Fans hinsetzen. Über die Stimmung auf beiden Seiten kann ich mir heute kein Urteil bilden, da ich von den Freiburgern nur deren Getrommel vernommen habe.

Das Spiel ist schnell erzählt: Langweilige 1. Halbzeit, schönes Tor vom Lucas Barrios, der damit an Kevin “Кевин” Kuranyi in der Torjägerliste noch vorbeizog. Danach wie schon in Derby die Arbeit eingestellt und am Ende zu Recht verloren. Nachdem Spiel wurde die Mannschaft noch kurz gefeiert, auch wenn ich nicht wirklich Lust darauf hatte. Dann ging es wieder durch das Wohngebiet zurück zum Bulli.

Da die Freiburger Ordnungshüter auch gute Arbeit leisten können, zeigte sich dann auf der Rückfahrt, wo man ein Waldweg freimachte und man somit ratz-fatz auf der Autobahn war. Gute Sache! Die ersten Kilometer wurden problemlos genommen, aber dann kam man nach Baden-Baden. Das war nicht mehr von dieser Welt, was man da als Autobahn titulierte. Die Schlaglöcher waren teilweise Finger tief und eigentlich ein Wunder, dass sich da kein Stau gebildet hat. Hier könnt ihr euch den Zustand der “Autobahn” in einem Video anschauen. Zum Glück kamen wir ohne Schaden durch den Teststrecke für Stoßdämpfer überstanden. Danach ging es dann aber problemlos mit einem üblichen Zwischenstopp in Herborn-West in Richtung Münsterland, wo um kurz vor Mitternacht die letzte Fahrt für diese Saison erfolgreich vollendet werden konnte.

Während sich nun also die Spieler in den Urlaub oder nach Südafrika verabschieden, heißt es für viele Fans nun jedes Wochenende aufs Neue: Was mache ich heute? Wann ist endlich wieder Bundesliga? Und die Sommerpause ist lang. Frühestens am 13.8. geht es für den BVB wieder zur Sache, dann steht die erste Pokalrunde an. Am 19.08. kommt es dann zum erste internationalen Auftritt, bevor es vermutlich am Sonntag, 23.08.2010, um die ersten Punkte in der Bundesliga geht.

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