Zu Gast bei >>Fanszenen und ihre Aufkleber

Borussia Dortmund war mal wieder zu Gast in einem meiner Lieblingsstadien, in Bochum. Durfte ich letztes Jahr zum ersten Mal einen Sieg im Ruhrstadion miterleben, so kam im diesem Jahr gleich der 2. Sieg hinterher. Auch wenn das Spiel vor der eigenen Haustür nicht ansatzweise ein Derby ist für mich, so sehe ich dort doch ganz gerne einen Sieg. Zum Einen, weil das Stadion auf Grund seiner Bauweise `ne Klasse Akustik bietet und es dann noch ein Tacken mehr Spaß macht. Zum Anderen kann ich nicht verhehlen, dass es mir ein innerlicher Reichsparteitag ist, wenn die Bochumer in der Ostkurve mit ansehen und –hören müssen, wie sie auf dem Rasen und den Tribünen untergehen.

Am Vorabend des Auswärtsspiels mit der kürzesten Anreise durfte ich feststellen, dass ich immer Älter werde. Am Vorabend hatte ich mir im heimischen Treppenhaus bei einer Rettungsaktion wunderbar einige Wirbel ausgerenkt, welche fortan meine Bewegungsfreiheit deutlich einschränkte. Aber da ich bei solchen Sachen nach dem Motto verfahre „Kommt von alleine, geht von alleine“ machte ich mich trotzdem auf dem Weg gen Bochum. Leider sagten mir sämtlich Mitfahrer kurzfristig ab, so dass ich mich mit eigenem Auto auf die 50 Km gen Bochum machen musste. In Bochum wurde dann wie immer im Starlight-Express Parkhaus geparkt. Wieso das im Übrigen immer noch läuft in Bochum ist mir ein Rätsel. Für mich persönlich ist es das schlechteste Musical, was ich je gesehen habe. Und das waren immerhin mit „Hair“, „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“, „Glöckner von Notre Dame„, „Cats“ und „Phantom der Oper“ noch 5 weitere. Aber zurück zum Wesentlichen.

Vor dem Anpfiff wurde wie immer reichlich zeitvertrödelt, wobei ich diesmal echt froh war, endlich sitzen zu können. Vorm Stadion war das leider nicht so wirklich möglich.  Beim Eintritt ins Stadion war ich auch harte Kontrollen des Ordnungspersonals gefasst, wurde die doch im Vorfeld angekündigt. Ich hatte allerdings nicht das Gefühl, dass man mich nun sehr penibel kontrolliert hat. Eigentlich war es wie immer im Gästeblock in Bochum. Vorm Anpfiff besuchte ich dann noch die Ausstellung „Fanszenen und ihre Aufkleber“ und bestaunte allerlei mehr oder weniger kreative „Reviermarkierungen“. Wer mal in Bochum ist, sollte diese Ausstellung mal besuchen.

Im Gästeblock ging es wieder in den Block E2, direkt in Nähe des Gästestehers. Wenig überraschend war die Hintertortribüne fest in schwarzgelber Hand. Leider haben sie vor Jahren die Westtribüne mit Sitzschalen versehen und im Sommer letzten Jahres aus dem ehemaligen Block H1/H2 einen Familienblock mit entsprechenden Preisen gemacht. Schade eigentlich. Aber gut, wenn nicht die Blauen, Dortmund oder Bayern zu Gast sind, werden sie die Karten eh nie los. Apropos Karten: Lustiger weise gab es am Samstag morgen noch Karten für die Partie – auf Bochumer Seite.  Da kommt der große Hassgegner aus Dortmund und es gibt noch Stehplatzkarten für die Ostkurve. Das ist schon ziemlich arm. Beim Spiel gegen die Blauen waren nicht mal 30.000 Leute im Stadion. Aber gut, vor nicht all zu langer Zeit konnten wir selber die Westtribüne nicht ansatzweise füllen. Aber das hat sich bekanntlich auf Grund etlicher positiver Faktoren geändert. Der größte Faktor ist wohl das Wissen, dass der BVB jeden Gegner schlagen kann und man nicht von Anfang an das Gefühl hat, wieder als Verlierer nach Hause zu fahren.

Vor dem Spiel beschäftigen Martin und ich uns mit der Frage, ob Ersatztorwart Marcel Höttecke eigentlich der Sohn von Torwarttrainer Wolfgang „Teddy“ de Beer ist. Die Bewegungen und die Frisur Hötteckes ähneln dem des Torwarttrainers schon sehr. Eine Lösung konnte bis zum Anpfiff nicht gefunden werden.

Zu Beginn zeigten uns die Bochum eine Choreo, die sie sich auch hätten sparen können. Da kündigt man auf einem Banner an, dass man mit der Kurve „im Rücken den Gegner zerpflücken“ könnte und dann hörste du aus dem Osten bis auf ein BVB-Hurensöhne und ’nem Torjubel beim 1-2 absolut nichts. Wenigstens ersparen sie sich eine Soundanlage wie in Stuttgart oder Hoppenheim, sonst hätte man nur den Capo vernommen.  Abgesehen von der Intention der Choreo war auch die Ausführung schwach. Da hatte Bochum vor Jahren besseres zu bieten. Aber gut, scheinbar ist es wichtiger einen BVB-Schal während der Anfangsphase zu verbrennen als ne ordentliche Choreo auf die Beine zu stellen.

Auf  Dortmunder Seite war sofort Stimmung inne Bude, merkte man doch von Anfang an, dass der BVB gewillt war, dem kleinen Nachbarn keine Chance zu lassen. So dauerte es auch nicht lange und der BVB ging mit 1-0 in Führung. Da ich diesmal nicht wie gewohnt jubeln konnte, hatte ich einen hervorragenden Blick auf den Rest der Tribünen. Um ehrlich zu sein habe ich noch nie so viele BVB-Fans in einem Gaststadion gesehen. Was da alles aufstand und jubelte…. Auch auf der Haupttribüne war viel Schwarzgelb zu sehen bzw. am Jubel zu erkennen. Nach der roten Karte gegen den Bochumer Maric und dem tollen 2-0 durch Zidan hatte wohl kaum einer das Gefühl, dass da noch sonderlich viel anbrennen könnte.

(C) schwatzgelb.de
(C) schwatzgelb.de

Nach der Halbzeit kam Bochum mit viel Energie aus der Kabine und nach dem Anschlusstreffer war zum ersten Male die Bochumer Tribüne zu hören. Der Gästeanhang hingegen gab sich kurz beeindruckt ob der Gefahr, den Ausgleich zu kassieren – aber nach den Toren von Lucas Barrios war man wieder in gewohnter Feierlaune. Highlight war ganz klar „Leuchte auf mein Stern“, welche ohne zu klatschen und mit der notwendigen Hingabe und Lautstärke gesungen wurde. Ein echte Highlight. Ebenfalls nett mit anzusehen waren wieder einmal die ganzen Taschentücher zusammen mit dem „Die Graue Maus geht jetzt nach Haus“ Gesang. Hat definitiv Spaß gemacht.

Am kommenden Samstag gastiert mit Bayer Leverkusen eine echte Hausnummer im ausverkauften Westfalenstadion. Es wird eine Leistung wie gegen den HSV nötig sein, um gegen die Bayerelf bestehen zu können. Spannend bleibt bis zum Anpfiff die Frage, wie man den Ausfall von Sahin kompensieren kann.

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