Wenn ein Sch*lker sich meinen Respekt verdient

Es war mal wieder angerichtet in Dortmund für einen tollen Fußballabend. Freitagabend, das Flutlicht ist an, das Stadion ausverkauft, die Borussia in unglaublicher Form und zu Gast war der heißgeliebte Nachbar aus dem Niemandsland der Bundesligatabelle. Im Vorfeld blieben die Scharmützel in der Presse aus, was man vor allem Felix Magath zu verdanken hatte, der  wieder einmal zeigte, dass er ab und an genauso wie viele User des BVB-Forums (Thema Tippspielthread) am Leben vorbei laufen. Aber immerhin ein Blauer verdiente sich an diesem Abend meinen Respekt.

Wer hätte das gedacht, dass ich letzten Satz mal schreiben würde. Zwar hat sich meine Art der Abneigung gegenüber den Blauen etwas gewandelt bzw. beschränke ich mich auch das Wesentliche, aber dennoch sind die Blauen der Verein, der in mir die meisten Emotionen nach dem BVB weckt. So ärgere ich mich jedes Mal aufs Neue, wenn die den Ball wie auch immer über die Torlinie stümpern und ich genieße es, wenn sie verlieren oder wie in dieser Saison gegen den Abstieg spielen (4 Punkte auf Platz 16.). Und das der BVB in dieser Saison wieder einmal vor dem S04 die Meisterschaft gewinnt lässt mein Herz vor Freude im Rhythmus von „Biene Maja“ schlagen. Wenn es den Fans der Komischen so geht wie mir, dann dürften sie aktuell nicht nur wegen der miesen Leistung der eigenen Truppe leiden, sondern eben auch, weil der Erzfeind so erfolgreich ist. Ich persönlich könnte einen Titel der Hallensportler nur schwer ertragen. Aber zum Glück passiert das auch im 53. Jahr nicht. Aber wir waren ja noch bei meiner Respekterweisung an einen Blauen.

Kein Wunder, dass es sich hierbei um Manuel Neuer handelt. Zugegeben, Manuel Neuer hat in seiner Kind den falschen Weg eingeschlagen, als er im Alter von 4 Jahren zunächst Mitglied bei den Blauen wurde und dann meinte, er müsste bei der Truppe auch noch Torwart werden. Zudem ist er Mitglied in Fanklub „BUERschenschaft“, einer (scheinbar) ultranahen Gruppierung. Also ein echter Junge, quasi einer von denen, die man nicht leiden kann. Früher war ich zugegebenermaßen sogar etwas neidisch auf den „Feind“, weil sie einen Spieler im Kader haben der versteht, dass Fußball im Ruhrgebiet vielleicht mehr bedeutet als in anderen Regionen / Länder. Neuer macht auch keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen den BVB bisher, womit nüchtern betracht auch sehr gut leben kann. Mir ist das auch lieber als das aalglatte Gequatsche eines Philipp Lahm oder Christoph Metzelnder. Auch wenn er natürlich mit Aussagen gegen den BVB oder solche „Verabschiedungen“ wie im letzten Jahr vor der Südtribüne sehr provokant ist. Da ist er quasi der Kevin Großkreutz des S04.

Am Freitag hatte ich bereits vor dem Spiel, als sich die meisten BVB-Fans nur über die Höhe des Ergebnisses Gedanken machten die Befürchtung, dass der BVB heute ein Problem haben wird: Manuel Neuer.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Blauen ihren Aufschwung vor allem einem zu verdanken haben, der auch heute das größte Problem darstellen wird: Manuel Neuer.

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Und so kam es dann auch. Der Torwart der Nationalmannschaft zeigte, dass er zu Recht den Bundesadler trägt und neben Bayern München auch wohl Klubs wie Manchester United ein Auge auf ihn geworfen haben. Nach der Leistung von Freitag dürfte es aktuell wohl keinen Torwart geben auf der großen Fußballbühne, der ähnlich gut in Form ist. Vor der Leistung am Freitag kann man auch als BVB-Fan seinen Hut ziehen, Abneigung hin und her.

Der Rest vom Derby ist eigentlich schnell erzählt. Dortmund dominiert das Derby wie vielleicht noch nicht im Westfalenstadion, spielte sich Torchancen ohne Ende heraus und scheiterte dann entweder an Neuer oder dem von ihm aus gesehen linken Torpfosten des Gehäuses vor der Südtribüne. Irgendwie war es schon zum Verzweifeln. Aber gut. 1995/1996 und 2002 endete gewann der BVB auch nur höchstens 1 Derby und wurde dann trotzdem Meister. Und wenn man in dieser Saison auch noch so unfassbar nette Konkurrenten aus München und Leverkusen hat, dann dürfte auch in diesem Jahr nichts mehr schief gehen.

Während also Neuer und der Torpfosten alleine ein Debakel für die Truppe von Felix Magath verhinderten, zeigten die restlichen Spieler in Blauweiß eine Leistung, die ich von denen im Derby noch nie gesehen habe. Mit so einer Leistung werden sie noch lange gegen den Abstieg spielen. Der BVB hingegen zeigte, dass er jedes Team in dieser Saison dominieren kann und dass er verdient am Ende die Meisterschale nach Dortmund holen wird.

Zur Leistung auf den Rängen gibt es eigentlich nicht viel zusagen: Es war wie immer, wobei festzuhalten bleibt, dass die Blauen mit deutlich weniger Leuten im Stadion waren als in den letzten Jahren. Dies dürfte neben der miesen Saison sicherlich auch mit den teuren Karten im Westfalenstadion zu tun haben.

Eine Antwort auf „Wenn ein Sch*lker sich meinen Respekt verdient“

  1. Du hast mit deinem Blog vollkommen recht. Ich persönlich finde auch das Neuer derzeit die Lebensversicherung der Schalker ist. Ohne ihn würde sie sogar hinter Gladbach stehen. Schade nur das er so eine letzten Freitag nicht nur stark wie immer gehalten hat, nein er hat sensationell gehalten. Ich bin auch der Ansicht das wir Neuer bald bei einem anderen Verein sehen werden. Das kann selbst Herr Magath nicht verhindern.

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