Überschrift fällt heute leider aus

Irgendwie ist aktuell hier der Wurm drin. In der letzten Woche wollte ich eigentlich einen Bericht zum Spiel gegen den HSV schreiben, fand aber das Ergebnis und die Leichtigkeit des Zustandekommens des Selbigen so komisch, dass es mir in der Woche zwischen der Partie in der Hansestadt und dem Heimspiel gegen Sinsheim nicht gelungen ist, das Spiel richtig einzuordnen. War der HSV so schlecht, weil er schlecht eingestellt war? Oder weil der BVB ihn gezwungen hat, so schlecht und fehlerhaft zu spielen? Also dachte ich mir, dass es eine kluge Entscheidung sei, das Heimspiel gegen den Angstgegner aus dem Kraichgau abzuwarten, um das Ergebnis richtig einschätzen zu können. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte.

Im Gegensatz zum Spiel gegen den HSV erwartete ich einen Gast aus Sinsheim, der im Grunde nur deswegen nach Dortmund gereist war, um wieder mit einem Unentschieden nach Hause zu fahren. Das Wort Angstgegner machte im Vorfeld die Runde und man kann das auch neutral gesehen unterschreiben. Wenn eine Mannschaft wie der BVB nur 1 von 7 Bundesligaspielen gegen ein anderes Team gewinnt, dann ist das definitiv schon mal beängstigend. Das sich das Wort  „Angstgegner“ in Verbindung mit „Hoffenheim“ an diesem Nachmittag eine andere Bedeutung bekommen sollte, konnte ja noch keiner ahnen.

Der Spielverlauf ist schnell erzählt und analysiert, so dass das wieder elegant umschiffen kann. Jedoch hilft mir das Spiel keinen Meter weiter in der Einschätzung der tatsächlichen Stärke des BVB. 2 Spiele, 2 Siege mit 8 zu 2 Toren ist eine schöne Statistik und auch die Art, wie der BVB diese Spiele auch ohne Mario Götze gestaltet hat, war beeindruckend. Aber eine Antwort auf die Fragen, die sich mir schon in der letzten Woche nach dem Hamburg-Spiel stellten, konnte auch heuer wieder nicht gefunden werden. Auf der einen Seite gewinnt der HSV in Berlin, (also gegen den Gegner, der bisher als einziger in Dortmund die 3 Punkte entführen konnte und – zumindest spielerisch – der „Tiefpunkt“ in dieser Saison des deutschen Meisters darstellte). Auf der anderen Seite rangiert auf Rang 3 ein Klub, der in den Duellen gegen Gladbach (im Pokal), Dortmund und München kein Land gesehen hat und spielerisch nicht im Ansatz so attraktiv ist wie der BVB. Aber sie profitieren halt von der gnadenlosen Chancenverwertung. Und die Bayern, die die Meisterschaft schon im Sack im September im Sack hatten und die 8 Punkte Vorsprung auf den BVB vor dem Duell im November fest einplanten, diese Bayern führen nun nach dem „besten Trainingslager“ Punktgleich mit den beiden großen Klubs aus dem Revier und einem Punkt Vorsprung vor den Gladbachern die Tabelle an. Also wirklich schlau wird man daraus nicht. Wobei es schon ein Genuss ist zu sehen, wie sehr es die „mia san mia“ Bayern nervt, dass die Meisterschaft kein Selbstläufer ist. Aber wie sagt man auch so schön: „Eine Saison ist ein Marathonlauf, kein Sprintrennen.“Dazu passt dann auch der geile PR-GAG der Bayern von letzter Woche, als man den leidenden Fans Hoffnung auf Besserung machte, aber der großspurig angekündigte „Offensiv-Spieler“ gar nicht kam.
Apropos Facebook: Demjenigen beim BVB, der auf die Idee kam, die Vertragsverlängerung von Jürgen Klopp und Michael Zorc via Facebook an- und zu verkünden, dem sollte man mal belobigen. Ein Seitenhieb mit Stil, ganz ohne Hilfe der Bildzeitung. Ob München das auch kann?

Zum Schluss noch ein kleines Wort zur TSG. Lieber Dietmar Hopp, liebe Spieler der TSG und alle „sogenannten Fans“ (hier trifft es mal zu, denn im Grunde sind es Kunden): Bitte verlasst nicht den eingeschlagenen Weg. Verkauft euer Tafelsilber, träumt von glorreichen Zeiten (die es in der 113-jährigen ruhmreichen Vereinsgeschichte sicherlich zuhauf gegeben haben wird) und geht mit wehenden (gesponserten) Fahnen runter in Liga 2. Es wird vor allem euch „Fans“ nicht sonderlich wen tun, rennt ihr doch eh dann wieder nach Stuttgart, Kaiserslautern, Frankfurt oder zum FC Bayern.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.