So gesagt #83

„Die allzu blinde Verehrung des Taylor-Reports und der darauf aufbauenden Vorbildfunktion der Premier League sollte auch spätestens seit dem 12. September 2012 kritisch hinterfragt werden. Die Premier League ist sicherlich das beste Beispiel für eine gelungene Vermarktung des Sports Fußball, sie ist jedoch auch das vielleicht krasseste Beispiel dafür, wie eine Verdrängung breiter Bevölkerungsschichten, durch eine nachweislich falsche Einschätzung von Gefahren und Ursachen, soziale Probleme verlagern und damit verschärfen kann. Das Ziel der DFL, so wie, oder besser als die Premier League zu sein, ist also nicht nur aufgrund des beispiellosen Niedergangs der Fußballkultur innerhalb der englischen Stadien mehr zerstörerische Wahnvorstellung als attraktive und gemeinnützige Vision. DFB/DFL mögen es sich leisten können, ökonomisch langfristig und damit sozialpolitisch kurzsichtig zu denken und zu handeln, sie stehlen sich damit jedoch aus einer umfassenden sozialen Verantwortung, die sie nicht gewählt haben mögen, die ihnen als Verwalter und Vermarkter, jedoch nicht Besitzer, des Kulturguts Fußball ohne Wenn und Aber obliegt.“

Union Berlin, die das Konzeptpapier „Sicheres Stadionerlebnis“ der DFL als bisher einziger Profiklub in Deutschland abgelehnt haben.

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