SKANDAL – Matrose zündelt trotz starkem Wellengang

Ein in Seenot geratenes Kreuzfahrtschiff aus Hamburg sorgte für Entsetzen bei den maritimen Rettungskräften und der Polizei. Das mit 1000 PAssagieren besetzte Schiff war in der Nacht bei starkem Wellengang vor der deutschen Ostseeküste auf Grund eines Maschinenschadens mit anschließendem Stormausfalles in Seenot geraten. Nachdem er der Kapitän ein Notruf absetzte, zündete ein Matrose einen Bengalo und wedelte trotz starkem Wellengang und herbeieilender Rettungskräfte damit wild umher. Ist das ein richtiges Signal in einer Situation, in der Vereine, Polizei und Fanvereinigungen gerade lebhaft über Bengalos, Randale und Verbote in Stadien diskutieren?

„Garantiert nicht“ sagte der Vorsitzender der deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt und kritisierte das Verhalten des Matrosen scharf. „Gerade nach den Vorfällen in jüngster Vergangenheit sind solche panischen Aktionen völlig kontraproduktiv.“ Wendt, der selbst gerne mal in Panik gerät, forderte ein hartes Durchgreifen der Politik. „Es kann nicht sein, dass nach den Krawallmachern auf den Stehplätzen der Fußballstadien und den Rowdys auf auf dem Rock-am-Ring Festival nun auch noch Schiffbrüchige sich und umstehende Menschenmassen durch den Einsatz von Bengalos gefährden. Die Politik muss hier klare Grenzen setzen und das heißt in meinen Augen: Abschaffung aller Matrosen sowie eine knallharte Überwachung der Kreuzfahrtschiffe. Nur so können wir verhindern, dass sich Chaoten mit Schiffe in Seenot begeben, um ihre Show abzuziehen.“

Bis zu 2500 Grad heiß können die Feuerwerkskörper werden – in Kombination mit einer plötzlichen Panik können schnell Menschenleben gefährdet sein. „Bengalen sind bekanntlich auch durch Wasser nicht zu löschen. Wie sollen die Menschen noch in Ruhe einen Familienurlaub auf der AIDA machen, wenn Matrosen bei einem Notfall auf hoher See zum Bengalo greifen?“, fragte Pyrotechnikexperte Johannes B. Kerner. Wie gefährlich Bengalen sein können, zeigt er in der Sendung „Ich hab keine Ahnung, sag aber trotzdem was dazu“, wo er mittels eines Bengalos aufzeigte, wie schnell sich die Kleidung eines unschuldigen Kindes an Bord eines Kreuzfahrtschiffes entflammen kann, wenn er mit einem Bengalo in Kontakt gerät. „Matrosen, die solche Technik nutzen, haben da auf eine gewisse Weise auch eine Vorbildfunktion, sie müssen Umsicht walten lassen“, so das TV-Star weiter.

Diverse Innenminister wollen die Vereine in die Pflicht nehmen, mehr für die Sicherheit in den Stadien zu tun. Rainer Wendt sieht nach solchen Aktionen wie der des Matrosen auch die Verantwortlichen von Reisen auf Kreufahrtschiffen in der Pflicht: „Die Kreuzfahrtschiffe sind ja nicht die Einzigen, die Pyrotechnik im Falle einer Seenot einsetzen, auch Kontainerfrachter und andere Schiffseigner binden das in ihr Rettungsprogramm ein. Das ist nicht in Ordnung.“

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