Ruhrgebietsmeister

VfL Bochum – Ballspielverein Borussia 1909 e.V. Dortmund

Der BVB siegt zum ersten Mal seit März 1999 wieder in Bochum und darf sich berechtigte Hoffnungen machen, nächstes Jahr eventuell doch im UEFA-Pokal (dieses neumodische Wortkonstrukt geht mir nicht über die Tastatur) antreten zu dürfen. Für die meisten der 10.000 Schwarzgelben dürfte es wohl wie für mich der 1. Sieg an der Castroper Straße gewesen sein. Ebenfalls sicherte sich der BVB durch den Sieg in Bochum die Ruhrgebietsmeisterschaft, ist er doch der Einzige, der keines der Spiele unter den Ruhrgebietsmannschaften verlor (1 Sieg, 3 Remis).

Gestern stand sie also wieder an, die kürzeste Auswärtsfahrt der Saison oder wie wie sie es in Bochum nennen: Das Derby.

Nach einer extrem langen Anfahrt von knapp über 30 Minuten erreichte ich, chauffiert von Herrn K. gemeinsam mit 3 anderen Dörflern das Bochumer Ruhrstadion.

Vorm Stadion dann wie immer in Bochum noch ein lockeres Pläuschchen gehalten und gegen 15 Uhr ging es dann in den Block. Aus Erfahrung bevorzuge ich in Bochum den Sitzplatzbereicht E2 direkt neben dem Gästesteher, weil dort das Gedränge nicht so groß ist.

Beim Blick ins „weite“ Rund erkannte man zahlreiche Borussen auf der Gegentribüne sowie eine komplett gefüllte Westtribüne direkt hinter dem Tor. Stimmungsmäßig waren die Schwarzgelben wie immer in Bochum vorm Spiel Herr im fremden Haus. Im Gegensatz zu den letzen Jahren, wo die Mannschaft regelmäßig auf die Nüsse bekam in Bochum, ließ sich die Mannschaft von der Erfolgswelle und den Gesängen tragen und fuhr einen verdienten 2-0 Sieg ein.

Die Stimmung auf Bochumer Seite war von Anfang an ganz ganz mau, den bis auf das berühmte „BVB H*rensöhne“ war rein gar nichts von ihnen zu hören. Nichts zu spüren von den großen Derbyemotionen. Die Choreo war ganz ansehnlich, aber da hab ich in Bochum auch schon besseres gesehen.
Ganz nett, so hörte ich, soll wohl der Versuch der Bochumer gewesen sein, so Beginn der 2. Halbzeit ein Spruchband gegen Polizeigewalt zu entrollen.

Auf Dortmunder Seite war die Stimmung richtig gut über die komplette Distanz, was auch ein Verdienst des Capo gewesen ist, der diesmal auf die wenig Massenkompatibelen Gesänge verzichtet hatte. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass man in den Schlussminuten sich doch ein wenig dem Gastgeber gewidmet hätte, um ihn gesanglich ein „Auf Wiedersehen“ zu wünschen.

Aber wo Kritik ist, muss auch gelobt werden. So fand ich es richtig gut, dass nachdem Spiel, als die Mannschaft sich es noch auf dem Rasen bequem gemacht hat, keine 0815 Humba gemacht wurden, sondern man dem Ganzen durch einen BVB-Gesang eine eigene Note verpasst hat. Dies wurde vom Rest der Tribüne auch wunderbar umgesetzt. Das wird den Bochumern richtig gut getan haben, dass der große Feind in ihrem Stadion erst 90 Minuten alles an die Wand singt und nachdem Spiel dann mit der siegreichen Mannschaft lautstark und ausgelassen feiert.

Am nächsten Samstag gastriert der Hambuger SV im Westfalenstadion zu Dortmund und wird dort auf eine sicherlich motivierte Dortmunder Mannschaft treffen, die im ausverkauften Stadion den 5. Sieg in Folge einfahren möchte. Ob es dazu kommt, wird man dann sehen. Angst haben muss man in dieser Verfassung vor dem HSV nicht.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.