„Kein Zwanni“… und kein Ende!

Gut vier Monate ist es her, dass die „Kein Zwanni für nen Steher“ – Kampagne an den Start ging und medial hohe Wellen schlug. Stehplatzpreise von mehr als 20 Euro im Derby sowie Sitzplatzpreise für nicht unter 40 Euro erhitzen die Gemüter der vielfahrenden Fans. Dem kurzfristig angesetzten Boykott schlossen sich 1.600 Borussen an und gaben ihre bereits gekauften Eintrittskarten zurück, viele andere orderten erst gar keineTickets. Für das wohl wichtigste Spiel des Jahres ein beachtlicher Erfolg! Das Thema Kartenpreise lag in diesem Tagen auf dem öffentlichen Tableau.

Die Initiatoren der „Kein Zwanni für nen Steher“ – Kampagne hatten von Anfang an damit gerechnet, dass es nicht bei einer einmaligen Aktion gegen die sich immer schneller drehende Preisspirale bleiben würde.
In der Zwischenzeit fand die Kampagne vor allem im Hintergrund ihre Fortsetzung, die Arbeit der Macher bestand in den letzten Wochen vor allem aus Kontakte knüpfen zu Fans anderer Vereine.

Doch schon bald könnte das Thema Ticketpreise in Dortmund wieder auf die Tagesordnung kommen, denn unser Auswärtsspiel beim Hamburger SV rückt näher und die Hamburger sind ganz vorne dabei in Sachen Kartenpreis. So kosten Stehplatzkarten in der Preiskategorie A stolze 19 Euro, inklusive Vorverkaufsgebühr des BVB sogar knapp 21 Euro. Die Sitzplatzpreise gehen hoch bis auf 84 Euro pro Ticket (92,40 Euro inklusive Gebühr). Und das ist sogar noch günstig im Vergleich zu dem, was der HSV im Spiel gegen die Bayern abgerufen hat. Hier kosteten die Stehplatzkarten sage und schreibe 23 Euro, ein Sitzplatz bis zu 94 Euro. Und es istderzeit nicht ausgeschlossen, dass uns in Hamburg ähnliche Preise drohen, sollte der BVB sich weiterhin dort oben an der Spitze halten.

Klar ist, dass wir BVB-Fans in diesem Fall schon fast moralisch verpflichtet sind, uns auch gegen diese Preise aufzulehnen. Immerhin wurde uns im Vorfeld des Derbys oft genug vorgeworfen, uns ginge es lediglichum die üblichen Scharmützel mit Blauweiß. Wenn die Hamburger Preise also feststehen, ist das unsere Chance, das Gegenteil zu beweisen – und auch dem letzten klar zu machen, worum es wirklich geht: um bezahlbare Tickets, die nicht ausschließlich Besserverdienern den Stadionbesuch ermöglichen. Und das würde sicher nicht einfacher, sechs Spieltage vor Schluss in einer potentiellen Meistersaison und vor dem Hintergrund, dass Borussen kartentechnisch aktuell die halben Auswärtsstadien leer kaufen – und nahezu jeden Preis zu zahlen bereit scheinen.

Die Kein-Zwanni-Macher wollen jedoch gerüstet sein und Unterstützung dürften wir Schwarzgelben in diesem Fall auch von den Fans des HSV erhalten. Von diversen Fangruppen und -organisationen wird die Kein-Zwanni-Kampagne heute schon wohlwollend begleitet und so besteht vielleicht auch die Möglichkeit, vereinsübergreifend Flagge zu zeigen gegen ausufernde Ticketpreise.

Denn hier geht es um mehr: Wir sind gefragt, den Vereinsoffiziellen zu zeigen, dass maßlose Topzuschläge und Kartenpreise jenseits der Vernunft nicht so einfach hingenommen werden!

© schwatzgelb.de

2 Antworten auf „„Kein Zwanni“… und kein Ende!“

    1. Grundsätzlich richtig. Nur können wir schlecht was erreichen, wenn wir nun streiken. Die Dauerkarten sind ja bezahlt. Und niemand sagt, dass der bvb ein Vorreiter für günstige preise ist. Und niemand hält die Gäste davon ab, ein spiel in Do zu boykottieren. Man kann aber nichts erreichen, wenn man sagt: macht ihr mal. Wir sitzen da alle im gleichen boot und es wird sicherlich auch in Sommer beim bvb was passieren in der Richtung auf fansicht

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