Irgendwie immer eine Reise wert

Es gibt Stadien, die in mir eine besondere Vorfreude auf ein Bundesligaspiel des BvB wecken. Neben dem Ruhrstadion in Bochum, dem Wedaustadion in Duisburg, dem Niedersachsenstadion in Hannover und dem Olypiastadion in Berlin (überzeugt vorallem durch seine Architektur und der Geschichte), zählt seit Jahren auch das Ulrich-Haberland-Stadion in Leverkusen dazu. Die oben genannten Stadien haben einfach eine faszinierende Akkustik im Gästebereich. Ob Leverkusen diese auch dem Umbau noch behalten hatte, war eine der spannenden Fragen. Die Antwort ist klar wie eindeutig: JA!

Natürlich gehört zu einer grandiosen Auswärtsstimmung auch ein guter Tag der Mannschaft auf dem Rasen, eine große Anzahl sangeswilliger Fans sowie ein Capo, der die richtigen Songs vorgibt. Aber es gibt eben Stadien, wo der Gästeblock auf Grund seiner baulichen Beschaffenheit die Stimmung richtig gut „komprimiert“. Jeder, der gestern und im vergangenen Jahr, als das Dach über dem Stadion abgebaut war, wird wissen, was ich meine. Die Gesänge verfliegen nicht einfach.

Gestern ging es also zum 1. Flutlichtspiel im neuen Haberland. Die Anreise verlief trotz Feierabendverkehr, Ferienende und Baustelle bei Remscheid (da tut sich gefühlt seit 20 Jahren nichts) völlig problemlos. Mit den Schuttlebussen ging es dann zum Stadion. Und der erste Eindruck war schon nicht schlecht. Von Außen sieht die Hütte mit dem neuen Dach sehr nett aus, das Flutlicht tat sein übriges. Am Eingang wurde ich dann überraschend lau kontrolliert, da hab ich in Leverkusen schon viel schlimmeres gesehen. Dann ging es auch ratz-fatz ins Stadioninnere.

Ich muss sagen, dass der Ausbau in Leverkusen sehr gelungen ist. Die roten Sitze wirken im Flutlicht deutlich besser als die alten grünen Dinger. Das Dach und das neue Flutlicht tuen ihr übriges zum Gesamteindruck. Aber die spannendste blieb offen: Wie ist Akkustik? Nach 90 Minuten kann ich sagen: Sie ist so wie früher. Es scheppert richtig gut in dem Teil.

Ist mir heute auch mal ne Stimmungs-Kritik/Anmerkung wert: Die auf nahezu komplett(!) H und A ausgeweiteten „Gästeblöcke“ haben einen infernalischen Geräuschpegel verursacht, den ich in der Form (von Gastfans = incl. Besiktas u. Galatasaray) so gut wie noch nie in der Bay Arena registriert habe. Ich weiß zwar nicht, wie man ohne mentale Schäden 2 Stunden lang sowas wie „kämpfen& siegen“ mit ein paar Ts anderen vor sich hin brüllen kann, aber die Wirkung war schon gewaltig (nervend). Dem hatte ein redlich bemühter C-Block und ein mausetoter D-Block praktisch nix entgegenzusetzen.

(c) www.werkself.de

Bis zum Ausgleich durch Friedrich hatten wir einen verdammt guten Tag, auf dem Rasen und noch mehr auf den Rängen. Natürlich gab es Phasen, in denen sich der Gästeblock eine Pause gönnte und mal durchschnaufte, aber gerade die „BVB Forza BVB“ und „Ballspielverein Borussia aus Dortmund….“ Gesänge waren im Gästeblock richtig, richtig laut. Die Stimmung verflachte erst nach dem gerechten Ausgleich und Leverkusen, bis dahin nur beim grandiosen Tackling von Hummels gegen Derdiyok im Strafraum zu hören (niemals ein Elfmeter, aber bei Rafati weiß man ja nie) war das erste Mal hörbar im Gästeblock zu vernehmen. Über die „Choreo“ vorm Spiel braucht man nicht mehr reden, die war richtig schwach. Da hatte Leverkusen schon deutlich bessere (Callmund-Choreo) Sache gezeigt.

Im Endeffekt ein richtig geiler Fußballabend gestern, der wieder einmal gezeigt hat, warum ich von der Leidenschaft, mir den BVB im Stadion anzuschauen einfach nicht mehr los komme. Sowas wie gestern kann man nur im Stadion erleben, nicht vor der Glotze.

Am Dienstag geht es für den BvB samt Anhang nach Osnabrück zum Pokal, ehe am Freitag die Hertha aus Berlin im Westfalenstadion antritt.

leverkusen

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.