Hollywood war gestern….

Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Spieler kommen und gehen, Trainer wechseln innerhalb der Saison innerhalb der Liga den Verein, Meisterschaften sind heute offen und morgen entschieden. Nur eines bleibt immer gleich. Mannschaften, die zwischen dem 31.12.1903 und 01.01.1905 gegründet wurden, können kein deutscher Meister werden. Immer, wenn es drauf ankommt, gibt es eine schmerzhafte Niederlage. Davon kann sich zugegeben auch Borussia Dortmund nicht freisprechen, aber in dieser Regelmäßigkeit bekommen es nur die im oben genannten Zeitraum entstandenen Vereine hin. Und weil Hannover auch nicht gewinnen konnte, dürfen die BVB-Fans den musikalischen Errungenschaften von Georg Friedrich Händel lauschen.

Irgendwie war es komischer Spieltag, oder besser ungewohnt. Nach langer Zeit habe ich die Bundesligaergebnisse von Freitag und Samstag nur beiläufig verfolgt,  im Endeffekt waren die Spiele im groben nur Staffage. Es war einfach ein langweiliger Fußballsamstag. Zumal, wenn sämtliche Ergebnisse für die Borussia keine Auswirkungen haben. Aber dann kam der Sonntag.

Irgendwie hatte ich mich persönlich schon darauf eingestellt, wieder starke Nerven haben zu müssen, weil die Leverkusener in München vorlegen würden. Zu überzeugt war ich von der aktuellen Stärker des Kölner Vorortvereins. Aber irgendwie hätte ich es auch wissen müssen. Immer wenn Leverkusen anfängt, von der Meisterschaft zu reden, immer dann geht es abwärts. Ich habe nur die Zusammenfassung gesehen, aber wenn man sieht, was Arturo Vidal im Verbund mit Kollege Reinartz beim 0-2 für Kabinettstückchen drauf hatten, dann fragt man sich schon, was die sich so denken. Wie dem auch sei. Ich war noch gar nicht im legendären Westfalenstadion an der Strobelallee angekommen, da stand es schon 4-0 für den FC Gomez, was natürlich den Puls erstmal beruhigte.

Mit dem Wissen, heute einen großen Schritt in Richtung 7. deutsche Meisterschaft machen zu können begann dann pünktlich um 17:30 Uhr das Spiel des Ballspielvereins aus Dortmund gegen den SC Freiburg. Die Freiburger, denen ich immer noch attestiere, im Hinspiel die beste Hälfte eines Gegners der Borussia gespielt zu haben, begann gleich mit der Verteidigung und machte das gesamte Spiel keine Anstalten, den Leverkusenern die Hoffnung zu bewahren, sie könnten ihren Fluch besiegen. Souverän spielte der BVB seinen Stiefel runter und gewann 3-0. Im Grunde war die Partie von Grund auf langweilig. Zwischenzeitlich schliefen Spieler und Fans im Stadion fast ein beim Genuss des schönen, sonnigen Frühlingsabends.

Auf Grund des frühen Entscheidung und der harmlosen Gäste sorgte Jürgen Klopp dann doch für eine „Hallo-wach“ Aktion. Mit der Einwechslung der legendären Nummer 17 kochte das Stadion dann doch noch mal so richtig auf vollster Stufe. Unter frenetischem Jubel der Fans wurde Dedê eingewechselt und fortan bei jedem Ballkontakt gefeiert. Und dann kam die Zeit nach dem Abpfiff.

In Hollywood versuchen sie immer mit Millionen und mehr und weniger hübschen Schauspielern/innen so etwas wie Emotionen und Gefühle zu erzeugen. Der und Dedê brauchen so was nicht. Ich habe in meinem Leben noch nie einen Spieler gesehen, der nach Bekanntgabe seines Abschiedes so viele Tränen vergossen hat und so von den Fans gefeiert wurde. Der Brasilianer ist in Dortmund mehr als nur ein Spieler. Und auch innerhalb der Mannschaft genießt Dedê scheinbar einen ganz besonderen Ruf. Aber das gehört sich auch so, wenn ein Spieler 13 Jahre lange beim BVB bleibt und alles mitgemacht hat. Meisterschaft, Champions League, Fastabstieg und den finanziellen Selbstmordversuch. Er war immer da, wie die meisten Fans eben auch. Das macht Dedê in Dortmund unsterblich.

Apropos unsterblich: Unsterblich können sie die Borussen bereits am kommenden Samstag in Mönchengladbach machen. Mit einem Sieg auf der Kuhwiese nahe der niederländischen Grenze würde man nicht nur die Fohlen in Richtung 2 schuppsen, sondern als jüngste Mannschaft aller Zeiten in der Bundesligahistorie die Meisterschaft praktisch unter Dach und Fach bringen. Bei einem Punktverlust der Leverkusener gegen Sinsheim wäre das so faktisch so. Aber wer glaubt schon dran, dass Leverkusen in 4 Spielen ein Torverhältnis von plus 24 Aufholt? Ich nicht!

PS: Ach ja, Glückwunsch an Cico, den aktuellen „SuperTippo“  🙂

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