Gomez und Demichelis sorgen für Freundentaumel

In der Vergangenheit habe ich an dieser Stelle immer viel über die Anreise, Fans, Stimmung und sonstige mehr oder wenige interessante Sachen geschrieben. Aber in letzter Zeit merke ich jedoch immer mehr, dass ich eigentlich blind die Texte kopieren könnte, denn aktuell ist einfach alles perfekt beim BVB, von der Stimmung bis zum Ergebnis. Mir fällt jedoch immer mehr auf, dass ich das Spiel selber anders wahrnehme als einige andere. Daher habe ich heute mal einen etwas anderen Blick auf das gestrige Spiel gewagt.

Der BVB begann wie die Bayern wie immer mit einem satten 4-2-3-1, wobei diesmal „Kuba“ für Götze und Piszczek für Owomoyela die rechte Seite bearbeiteten. Die Bayern brachten diesmal Gomez von Beginn an, da dieser sehr gerne gegen den BVB trifft. Man dachte sich wohl, dass er sich vielleicht hier endlich aus seiner Krise schießt. Und er war knapp davor.

Aufstellung Dortmund - Bayern © Bundesliga.de
Aufstellung Dortmund - Bayern © Bundesliga.de

Die Bayern begannen wie von mir erwartet mit viel Ballkontrolle und die jungen Borussen hatten es sehr schwer ins Spiel zukommen. Ich fragte mich, ob Klopps Jungs das unspektakuläre, aber für den Gegner laufintensive Spiel der Bayern über 90 Minuten durchhalten könnten. Zeitweise hatten die Bayern über 80% Ballbesitz und ließen den Ball und Gegner schön laufen. Dazu gesellten sich beim BVB viele Abspielfehler im Spielaufbau, so dass man die Bayern immer wieder zu kontern einlud. Gomez hatte 3 dicke Chancen in der  1. Halbzeit, scheiterte aber entweder am eigenen Unvermögen oder an Roman Weidenfeller. Die Dortmunder kamen in den ersten 45. Minuten zur keiner wirklich zwingenden Torchance und hatte vor allem im Passspiel viele Probleme. Gerade das Spiel über die Flügel fand beim BVB praktisch nicht statt, was aber auch dem Gegner geschuldet war.  Gerade auf der linken Verteidiger Seite hatten Schmelzer und Großkreutz viel zu tun, da sich Lahm sehr häufig offensiv einbrachte, ohne dabei wirklich was Produktives abzuliefern.

In Halbzeit 2 brachte van Gaal dann aus meiner Sicht überraschend Martin Demichelis für van Buyten (Gehirnerschütterung wurde erst später bekannt). Am Spiel änderte das zunächst wenig. Bayern lies den Ball laufen, ohne dabei wirklich gefährlich zu sein. Zum Teil wirkte es schon etwas plan los. Aber dann kam die Zeit von Demichelis, der im Verbund mit Gomez den BVB auf die Siegerstraße brachte. Und hier muss ich mal meinen Freund, den Marcel Schmelzer, loben. Vor dem 1-0 mussten die Herren van Bommel & Schweinsteiger irgendwas mit dem Schiedsrichter besprechen, was dazu führte, dass er den bereits ausgeführten Einwurf wieder zurückpfiff. Da aber die Bayern Spieler den Schiedsrichter Meyer wohl etwas verwirrt hatten, durfte Schmelzer den Einwurf an der Stelle ausführen, an der er stand: Auf der Höhe des 16ners und nicht wie eigentlich richtig 10 Meter näher an der Mittellinie. Endlich mal eine abgezockte Aktion. Den harmlosen Einwurf köpfte Demichelis dann lehrbuchmäßig in die Mitte, wo Gomez noch überlegte, wie er die nächste Chance in bester „Nelson-Valdez-Manier“ am Tor vorbei schieben sollte, während sich Sven „Manni“ Bender mit einem langen Bein den Zweikampf warf und den Ball zu Barrios beförderte. Der Rest ist bekannt. Die Bayern spielten in der Folgezeit weiter sehr viel kreuz und quer, während der BVB sich nun auf das Kontern verlegte. Dies gelang nun besser, da Schweinsteiger im Mittelfeld immer mehr in die Offensive ging und sich dadurch Räume boten. Und Demichelis war ja auch noch da. Ein völlig unnötiges Handspiel 17-18 Meter vor dem Tor führte zum 2-0 der Borussia durch Sahin, der gefühlt zum ersten Mal seit Alex Frei im Jahre 2007 (2-0 gegen Frankfurt) mal wieder einen Freistoß im Westfalenstadion direkt verwandelte.

Nachdem 2-0 war immer noch alles am Bayernspiel gleich: Der Ball wurde von hin- und hergeschoben, mal ging es auch zurück und mit besten Wünschen lang in Richtung Koller Gomez.  Lahm tauchte nach dem 2-0 völlig ab, ebenso wie Thomas Müller und Toni Kroos. Lediglich Schweinsteiger versucht noch etwas in Richtung Tor der Borussia. Wer die Bayern kennt, der weiß ja, dass die immer mal wieder einen machen kurz vorm Ende. Und als Borusse kennt man wohl immer noch mit Grauen an einen gewissen Roy Makaay, der die Bayern mal zu einem 2-2 schoss, obwohl der BVB in der 88. Minute noch 2-0 führte. Jene 88. Minute war auch heute wieder eine entscheidende: Wieder hatten die Bayern eine riesen Chance, aber diesmal ging der Schuss nicht rein, sondern ein Dortmunder hatte noch seine Fußspitze dazwischen. Ab dem Moment war auch ich mir dann sicher, dass die Bayern heute nichts mehr treffen. Die Borussia hingegen nutzte die aufkommende Räume fast perfekt, scheitern ab letztendlich an Jörg Butt oder am Pfosten wie im Falle von Barrios.

Fazit:

Im Gegensatz zum Spiel gegen Sevilla war die Borussia diesmal nicht die bessere Mannschaft. Aber im Gegensatz zum Europapokalspiel nutzte die Borussia ihre Torchancen und das Glück war auf ihrer Seite, wie beim 1-0 von Barrios, was wohl ohne Badstuber nicht gefallen wäre, da dieser den Ball unhaltbar abfälschte. Zudem hatten die Bayern auch gestern keinen Stürmer in Topform vor der Hütte, den dieser hätte sicherlich 2 der 3 Großchancen von Mario Gomez genutzt. Man merkte den Borussen gerade in der 1. Halbzeit auch deutlich an, dass sie nicht die Sicherheit hatten, die man sonst von ihr kennt. Ich denke, dass dies zum einen mit dem Respekt vor den Bayern zutun hatte und auch mit der Müdigkeit nach dem anstrengenden Spiel vom Donnerstag. Das sich das Team in der 2. Halbzeit dann in das Spiel hinfand gebissen hat zeigt, wie selbstbewusst diese Mannschaft schon ist und das sie auch über ihre körperlichen Grenzen geht, wenn es sein muss. Daher kommt die Länderspielpause auch genau richtig vor den nächsten harten Wochen beim BVB, mit 15 bzw. eventuell 16 Pflichtspielen in 68 Tagen. Alle 4,25 Tage ein Spiel.

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