Es tut sich was.

Gerade noch rechtzeitig, bevor sich hier die ersten Wollmäuse auf `ne Partie Skat verabreden konnten, gibt es mal wieder was Neues für die Leserinnen und Leser. Im Gegensatz zu den großen, einzigartigen und unerreichten Bichvierlingen war ich dem Druck, unter dem so ein Blogger steht, nicht gewappnet. Somit gab es nach dem Hannoverspiel mal nichts zu lesen von mir. Im Gegensatz zum Clemens will ich das auch nicht nachholen.

Wie natürlich der geübte Leser merkt, ist das mit dem Druck totaler Quatsch und eigentlich nur eine Ausrede für etwas, was viele schon seit längerer Zeit vermutet haben: Der Tinneff ist satt vom Erfolg „seiner“ Borussia und hat schlicht keine Lust, über das stümperhafte Gepöhle der Schwarzgelben in Hannover zu berichten. Das Ganze wird belegt durch seine Abstinenz bei den Spielen in Mainz, Marseille, Bremen und Piräus. Warum soll man auch die teuren Karten kaufen, wenn er die Spiele auch völlig stressfrei und bequem von der heimatlichen Couch aus betrachten kann? Naja, leider liegen die Gründe meiner Abstinenz woanders und wirklich Spaß machen tut ein Pflichtspiel der Borussia aus Dortmund im TV nicht. Aber immer noch besser als ein Spiel im Radio oder gar nicht folgen zu können.

Nun kam es also so, dass ich mal wieder ein Spiel verpasst habe. Und natürlich kam es, wie es kommen musste: Der BVB gewann nach 7 Monaten mal wieder ein Spiel auf gegnerischem Platz. Ich denke ich erspare mir nun den Hinweis darauf, wo der BVB zuletzt auswärts gewann und wer damals auch nicht im Stadion war. Womöglich also ein gutes Omen für die Spiele in Bremen, Marseille und Piräus. Wenn es also nach 3 weiteren Auswärtssiegen in Stuttgart wieder eine Niederlage hagelt wisst ihr, bei wem ihr euch bedanken könnt. Aber kommen wir zum Spiel gegen Knuffi-Tuffi Mainz.

Irgendwie fällt es mir nicht leicht, das Spiel einzuordnen. Es gab viel Positives und reichlich Negatives in diesem Spiel zu sehen und dank diverser Zeitlupen aus den unterschiedlichsten Perspektiven durfte man sich alles hundertfach anschauen. Das ist zum Beispiel etwas, was ich im Stadion nie vermisse: Eine Zeitlupe. Da entscheidet der Schiedsrichter und fertig. Ob er mit seiner Entscheidung richtig oder daneben liegt, kann ich erst kontrollieren, wenn das Spiel schon mindestens 3 Stunden gelaufen ist. Im TV kann ich mich hingegen sofort überzeugen, ob der Schiedsrichter richtig lag oder nicht. Irgendwie macht mich das aber aggressiv, wenn ich sehe, wie ein Schiedsrichter sich den letzten Mist zusammen pfeift. Im Stadion lebe ich nach der Devise: Der war näher dran als ich, also kann er das besser beurteilen. Und außerdem ändert sich eh nichts mehr an der Entscheidung, egal wie oft eine Zeitlupe etwaiges Fehlverhalten entlarvt oder nicht. Am Samstag war zwar der Schiedsrichter nicht Gegenstand einer oft gezeigten Zeitlupe, aber viel schöner war das oft wiederholte Führungstor der Mainzer nun auch nicht. Weiß der Geier was Lukasz Piszczek geritten hat, den Ball da so lässig in den eigenen Strafraum zuspielen. Weiß er vermutlich selber nicht.

Des Weiteren nicht zum zungeschnalzen war auch wieder mal die Leistung von Ilkay Gündogan. Mir ist das einfach zu langsam im Spielaufbau und irgendwie habe ich bei den ganzen Drehungen um die eigene Achse an der Mittellinie das Gefühl, dass die Murmel gleich weg ist. Ich würde mir wünschen, dass Ilkay sich den Ball etwas „eher“ abholt in der Abwehr. Dann hätte er auch mehr Zeit zu schauen, was der Gegner macht. Aber vielleicht ist er auch nicht der Typ dafür. Auch das Zusammenspiel mit den Außen passt nach wie vor nicht. Und aus der Distanz darf auch ruhig häufiger schießen, was aber für alle Spieler gilt. Die Kollegen Perisic und Piszczek beweisen ja, dass man auch aus 20 Metern ein Tor erzielen kann.

Aber kommen wir auch mal zum Positiven: Nach Rückstand auswärts zu gewinnen in einer Situation, wo ein Sieg nicht gerade unwichtig war, ist für mich ein Zeichen mentaler Stärke. Es ist ja nicht so, dass man sich das Siegtor zu Recht gemurmelt hat. Klar, dass Tor an sich ist sicherlich etwas glücklich, bedenkt man, dass Piszczek den Ball nicht richtig trifft und ein Mainzer noch seine Rübe leicht an den Ball bekommt, so dass dieser dann ins lange Eck statt ins Toraus segelt. Das ist dann halt auch das Glück was man haben kann, wenn man eben bis zum Abpfiff versucht, die Partie gewinnen. Die Bayern machen das ja schon seit Jahren vor.

Ansonsten hat mir Moritz Leitner sehr gut gefallen. Ich fand ihn deutlich agiler als Shinji Kagawa, der scheinbar doch damit zu kämpfen hat, dass die Gegner ihn deutlich härter verteidigen und oftmals doppeln. Zudem fehlt ihm noch das Selbstvertrauen, im 1 gegen 1 den Gegner nass zu machen und eben auch mal aus 20 Metern aufs Gehäuse zu schießen. Solide natürlich die Leistung von Mats Hummels, der sich immer wieder an den Offensivaktionen beteiligte. Erinnert irgendwie immer mehr an Matthias Sammer. Wenn der mal los gelaufen ist, teilten sich die Abwehrreihen oftmals wie das Meer vor Moses.

Und sonst so?

Ich komme noch mal zurück auf das Erlebnis „Fußball im TV“. Ich bin ja bekanntlich ein Fan der Green Bay Packers und schaue daher einiges an Football. Die Amerikaner haben etwas, was ich mir auch für die Übertragung der Bundesliga auf Sky wünsche würde, sobald man sich für ein Einzelspiel entschieden hat und gegen die Konferenz. Hierbei handelt es sich schlicht um einen News- bzw. Ergebnisdienst. Wenn es den (optional einstellbar) auch bei Sky geben würde, wäre das schon eine tolle Sache. Ob nun in Form von Bild 1 oder als Ticker wie in Bild 2 ist dabei unwichtig.

BILD 1
BILD 1

BILD 2
BILD 2

Jäger und Gejagte

VfB – HSV: Erster Saisonsieg für den HSV. Ob es nun am neuen Trainer Cardoso lag oder an den sehr schwachen Stuttgartern wird die Zeit zeigen. Sehenswert das Tor von Tesche.

S04 – ScF: Wenn die Blauen gewusst hätten, dass sie am Samstag zum letzten Mal für lange Zeit 4 Tore der eigenen Mannschaft bejubeln durften, sie wären wohl noch mehr ausgeflippt. Mit Huub Stevens kehrt nun wieder die „0 muss stehen“ Mentalität ein.

WOB – FCK: Was ein Gestümper auf beiden Seiten. Beim FCK riecht es schon deutlich nach 2. Liga.

BMG – FCN: In Gladbach riecht es immer irgendwie komisch, dieses Jahr dichten sie neben dem üblichen Gestank von Pferdemist auch noch den Geruch von Champions League hinzu. Wer es glaubt…?

FCA – H96: Warum zum Teufel trifft der Ya Konan gegen Dortmund ins lange Eck, aber in Augsburg nur 2x den Pfosten? Für den FCA geht’s am Samstag nach Dortmund. Dort will man den eingeschlagenen Weg (Richtung Unterhaus) Konsequent fortsetzen.

FCB – B04: Ich schließe mich den Worten von Robin Dutt an („Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, weil sie sich defensiv gewehrt hat und nicht hat abschlachten lassen“). Zudem gratuliere ich dem FC Bayern schon mal zum Meistertitel 2012.

Köln – TSG: 2 Sieg in Folge für den 1. FC Köln. Diesmal sogar gegen die so heiß geliebte TSG aus Hoffenheim. Weiter so.

SVW – HBSC: Erste Auswärtsniederlage der Hertha, leider 15 Tage zu spät. Auf der anderen Seite ziehe ich meinen Hut vor Pizarro. Der Mann weiß, wo die Kiste steht.

Ausblick:

Am Mittwoch ist Champions League, der BVB zu Gast in Marseille. Mal sehen, wie sie sich dort schlagen. Habe kein schlechtes Gefühl. Am Samstag kommt dann zur besten Fußballzeit der Aufsteiger aus Augsburg. Alles andere als ein Sieg wäre hier natürlich eine Enttäuschung.

Spruch des Tages:

„Ich habe es aufgenommen. Jeder darf seine Meinung haben. Mir wäre es lieber, wenn der Verein Konstanz rein bekommen würde.“

(Lukas Podolski auf die Kritik von Volker Finke)

6 Antworten auf „Es tut sich was.“

  1. Zum Thema Ergebnisdienst: volle Zustimmung.

    Als Sky noch Premiere hieß und ich dort regelmäßig Bundesliga geschaut habe, gab es diesen Ergebnisdienst. „Damals“ sind die Zwischenstände als Laufband inkl. Torschützennennung eingespielt worden. Ach ja, damals…

      1. Da ich seit letzter Woche dank meines Papas auch ein Jahr SKY (Bundesliga und dieses Grundpaket) habe und mir endlich auch mal die Arkansas Razorbacks anschauen kann, weiß ich was du meinst. Könnte man durchaus so machen.

        Was mich ganz gewaltig beim Fußball stört: Die ewig dauernden Zeitlupen. Wir haben Einwurf/Freistoß und man zeigt noch eine Wiederholung aus 10 Perspektiven. Das Spiel läuft derweil weiter und als man wieder live drauf ist, ist der Ball schon beim Gegner. Man hört es auch manchmal am Raunen der Zuschauer und weiß, „jetzt verpasse ich wieder eine interessante Szene“.

        Genauso schrecklich sind die Nahaufnahmen. Man zeigt eh nur einen Ausschnitt des Spielfeldes, aber dann muss man sogar noch Götze in Nahaufnahme zeigen und als es gefährlich wird (nach seinem Rückpass auf Gündogan) sieht man nur noch den am Tor vorbeihoppelnden Ball. Viel zu spät schaltet SKY zurück und man verpasst somit den einen oder anderen Spielzug.

        Die Krönung am Samstag: Erst nach 30 gespielten Sekunden kommt der Bezahlfernsehsender aus der Werbung zurück.

        Manchmal frage ich mich wirklich, ob das die Vorstellung von einer qualitativ hochwertigen Übertragung ist!?

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