Es ist angerichtet

Es hätte alles so schön sein können. Mit Siegen in Sinsheim und gegen Mainz hätte die Borussia 5 Punkte mehr auf dem Konto. Mit diesen 5 Punkten würden noch 9 statt aktuell 14 Punkte zum großen Triumph fehlen. Man könnte sich genüsslich auf die kommenden Aufgaben in der Bundesliga freuen und am Samstag z.B. das wunderschöne Wetter genießen. Aber der Fußballgott – sofern es ihn gibt – hatte andere Pläne. Nicht das man nun in absolute Panik verfällt, aber die Anspannung in bei mir schon da. Und das ist gut so. [mit Tippspiel]

Natürlich, für die Nerven und mein Herz wäre es besser, wenn der BVB nur noch genüsslich die letzten Spiele runter spielt und am 14.05. vom eigenen Präsidenten die Meisterschale überreicht bekäme. Ich würde mich nicht in Gedanken verlieren, was alles im negativen Fall passieren könnte, wenn am Samstag der Vorsprung auf 4 Punkte zusammen schrumpft. Natürlich ist es bekloppt, sich mit solchen Szenarien mehr als über Gebühr zu beschäftigen, aber es ist immer möglich. Mit Hannover kommt eine Mannschaft, die Auswärts genauso viele Punkte geholt hat wie der FC Bayern, nämlich 19 (6S – 1U – 6N). Das sind jetzt nicht die meisten, reicht aber immerhin zu Platz 5 in der Liste der besten Auswärtsmannschaften. Also kein Kanonenfutter. Ich bin gespannt, ob diese latente Angst vor einem weiter schrumpfenden Vorsprung Fans und Spieler der Borussia hemmt.

Apropos Fans und gehemmt: In den letzten Spielen konnte man feststellen, dass die Stimmung im Westfalenstadion und auch in Sinsheim sehr schlecht war. Ob das nun die Schuld der Vorsänger ist, die falsche Lieder auswählen oder der großen Masse, die nicht auf Touren kommt weil die Mannschaft nicht den Fußball zeigt, den man diese Saison gewohnt ist, wurde viel diskutiert. Für mich persönlich gesprochen ist es in erster Linie ein Motivationsproblem. Ich denke, dass fast jeder (außer Scherben aus dem SG.de Forum) sich schon mit der Meisterfeier beschäftigt hat und in seinen Träumereien ausgemalt hat, wann die Entscheidung fällt, ob in Hamburg, Gladbach oder zu Hause gegen Freiburg. Da nehme ich mich nicht aus. Die Erwartungen waren scheinbar so hoch, dass man eigentlich die Siege im Vorbeilaufen erwartet hat und es immer so weiter geht. Das schlägt sich dann natürlich auch auf die Stimmung wieder, wenn man sich gegen Sinsheim und Mainz sehr schwer tut und einem die Leichtigkeit auf dem Platz fehlt. Und wenn man enttäuscht ist, ist die Stimmung halt auch nicht so toll. Vorsänger hin, Vorsänger her. Nun ist es aber so, dass diese Gewisse Anspannung wieder da ist bei mir und sicherlich auch bei vielen Anderen, die nun merken, dass der Weg zum Titel noch hart und steinig werden könnte. Ob sich das auf die Stimmung auswirkt, wird man sehen.

Aber wie dem auch sei, nach der öden Länderspielpause beginnt nun wieder diese einzigartige Phase in der Saison, die den Fußball so unglaublich faszinierend macht. Die Amerikaner sagen gerne  „Crunchtime“ dazu, auch wenn sie damit vornehmlich die entscheidenden Minuten eines engen Basketballspiels meinen. In der Schlussphase der Saison geht es immer hoch her. Wer kennt nicht dieses Gefühl, wenn man als Fan auf der Tribüne sitzt, dem Spiel der eigenen Mannschaft folgt und mit einem Ohr immer am Radio hängt um zu hören, was die Konkurrenz macht. Diese Sekunden, wenn ein für den eigenen Verein positiver Zwischenstand die Runde macht (sofern er denn stimmt) und durch das Stadion eine Welle der Euphorie schwappt. So etwas hat man im Verlaufe der Saison nicht, nur in der „Crunchtime“. Dank der DFL spielt man mit Ausnahme des 29.Spieltages immer zeitgleich oder nach den Leverkusenern, so dass man der entscheidenden Phase im Titelkampf nicht vor dem heimischen TV, sondern unter gleichgesinnten im Stadion verbringen kann. So auch Samstag, wenn Leverkusen zeitgleich in Kaiserslautern spielt. Es könnte eben auch ein perfekter Tag aus Sicht meiner Nerven werden.

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