Ein Derbysieg, der keiner ist.

Wenn man schon Tage vor einem Spiel nicht mehr ruhig schlafen kann, einem die Gedanken immer wieder zum Spieltag abschweifen, es in diversen Internetforen rund geht und die Offiziellen der Vereine via Presse mit den Säbbeln rasseln und die Polizei mit Wasserwerfen, Helikoptern und mehreren Hundertschaften in Dortmund einfällt, dannweiß jeder: Es ist wieder Derby. So wars am Wochenende – vor 5 Wochen.

Für den gestrigen Gast aus Bochum war es gestern wieder das Spiel des Jahres, ihr Derby gegen den verhassten BVB. In der Woche vor dem Spiel gab es eine kleine Schmiererei an den der „Lenz-sTUbe“ zu bewundern, welche eher die Handschrift der grauen Maus trägt. In den Foren schlug das Thema auch kaum Wellen, was die Schmierfinke wohl noch mehr nerven dürfte. Im Stadion versuchte Bochum dann schon vor dem Anpfiff mit „Anti DO“-Gesängen die Südtribüne zu provozieren, welche aber korrekterweise überhaupt nicht reagierte. Das muss für die Bochumer schon ein scheiß Gefühl sein, wenn man das Spiel zum „Derby“ hochsterilisiert und der Gegner für den VFL nicht mehr Abneigung empfindet als für Wolfsburg, Freiburg, Berlin oder Hannover.

Das es mit dem „Derbyfeeling“ bei den Bochumern dann auch nicht so weit her ist, zeigten sie wieder einmal nach dem Anpfiff. Zu Beginn zündelten sie wie jedes Jahr, diesmal sogar mit einem Leuchtsignalgeber, dessen Patrone zielgenau einen Spieler des VFL anvisierte. Darüber hinaus gab es noch ein „Anti DO“-Trikot zu bewundern, was das Stadion mit lauten Pfiffen quittierte. Da fühlte sich der Gästemob oben auf – und dann kam nichts mehr. Wie schon im Frühjahr 2009 gab es von Bochum nichts zu hören. Und da ein DEM Spiel der Saison.

Von Dortmunderseite gab es bis zur 80. Minuten nichts erwähnenswertes, doch dann gab es endlich mal wieder eine individuelle, auf den Spielstand bezoge Aktion, welche sich von Block 13 schnell ausbreitete. Eine Aktion, die man einfach viel öfter einbauen sollte.

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Am Freitag beginnt dann für den BVB die englische Woche mit dem Spiel beim Spitzenreiter in Leverkusen, dem Pokalspiel gegen den VFL Osnabrück und zum Abschluss erneut Freitags, diesmal gegen die Hertha aus Berlin, die eventuell in Dortmund den Altrekord von Tasmania Berlin brechen wird, wenn sie zum 10. Mal in Folge verlieren sollte.

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