Dortmund verliert einen seiner größten Spieler!

Manchmal liegen Freud und Leid sehr nahe beieinander. Da freut man sich noch über die Vertragsverlängerung von Mats Hummels bis zum Jahre 2014 (Ja, 2014 liebe BILD) und muss sich dann damit beschäftigen, dass einer der größten Borussen aller Zeiten den BVB zum Saison verlassen wird: Leonardo De Deus Santos, kurz Dedê. Nach 319 Spielen oder besser gesagt: 13 Jahren. Als Dedê das erstmal das Trikot vom BVB trug, gab es weder The Unity noch die Desperados, es gab keine Fanabteilung, das Stadion hieß noch Westfalenstadion und Trainer war damals ein gewisser Michael Skibbe. Nur eines hat sich seit dem nicht geändert: Der Sportdirektor hieß Michael Zorc. Und Dedê war sein erster Transfer – und lange sein Bester.

Damals, am 14.08.1998, begann die Karriere von Dedê mit einem Tiefschlag: Nach 13 Minuten musste er beim Saisonauftakt in Stuttgart schon wieder vom Platz. Beckenverletzung. Seine Karriere begann also mit einer Verletzung. Es war der Anfang einer grandiosen Karriere. 318 Ligaspiele später wird Dedê in Dortmund verehrt wie kein 2. Oft werden Fans von Spielern und Medien instrumentalisiert: Spieler küssen das Logo des Vereins, erzählen was von Menschen, die man nicht enttäuschen soll, wenn deren Herzen für den Verein/Fußball schlagen, nur um dann beim nächstbesten Angebot das Weite zu suchen. Und wenn sie dann nicht gehen dürfen, werden sie wie kleine Kinder, denen man den Lutscher geklaut hat, egal ob sie Amoroso, Petric, Farfan oder Demba Ba heißen. Dedê war nie so. Dedê hat etwas, was all diese Fußballnutten nicht haben: Anstand und Ehre.

Klar, Dedê wollte gerne vor ein paar Jahren zum AS Rom und niemand hätte es ihm wirklich verdenken können. Der BVB war gerade in etwas finanziell ruhigeres Fahrwasser gesteuert, schipperte aber mit Volldampf in Richtung 2. Liga. Niemand hätte einem der besten Linksverteidiger der Bundesliga den Wechselwunsch nachtragen können. Aber Michael Zorc sagte „Nein“. Und Dedê meckerte nicht etwa rum und prostituierte ich für den Boulevard: Nein, er spielte einfach seinen Fußball weiter. In guten wie in schweren Zeiten. Es war sicherlich nicht leicht für ihn. Die Fans werden ihm sowas nie vergessen.

„Ich habe immer gesagt, dass ich noch einmal Deutscher Meister werden möchte.“

Als Dedê sich im dann beim 1. Liga von Jürgen Klopp als Trainer von Borussia Dortmund das Kreuzbandriss, war das für ihn – leider – der Anfang vom Ende beim BVB. Der BVB spielte unter Klopp eine tolle Saison, scheiterte knapp an der Qualifikation zum UEFACup. Und ein gewisser Marcel Schmelzer erblickte das Licht der Fußballwelt. Und auch hier zeigt sich wieder die große Stärke des Leonardo de Deus Santos: Nach seiner Verletzung arbeitete er sich wieder an den Bundesligakader, kam jedoch an Marcel Schmelzer kaum vorbei. Statt zu meckern jedoch „ertrug“ er sein Schicksal und stänkerte nie gegen den Trainer oder gegen Marcel Schmelzer. Spieler, die sowas machen, ganz in dem Wissen das sie in vielen anderen Vereinen in der Bundesliga Stammspieler wären, sind in Fankreisen ganz hoch im Kurs. Und wenn sie deinem Verein 13 Jahre die treue Halten, mit dem Verein von der großen Bühne Champions League und Meisterschaft fast ins bodenlose abstürzen, dann könnte man sagen: Der Spieler ist einer von uns. Ein echter Borusse.

Nun geht sie also zu Ende, die Ära Dedê beim BVB. Nach 13 Jahren, nach der Meisterschaft 2002, dem UEFACUP und DFB-Pokalfinale, der beinahe Insolvenz, dem fast Abstiegen 2000 & 2007 und der Auferstehung unter Jürgen Klopp. Dedê wird vermutlich bei einem anderen Bundesligisten noch 1-2 Jahre spielen, vielleicht in Hamburg, vielleicht in Bremen, vielleicht aber auch in Köln oder Berlin. Aber bevor er geht, erfüllt sich Dedê noch einen seiner größten Träume:

„…Es ist ja bekannt, dass ich hin und wieder auch mal gerne feiern gehe. Und Du kannst mir glauben, ich habe schon viele gute Partys miterlebt. Aber auch wenn ich alle zusammen nehme: Keine war so schön wie unsere Meisterfeier. Das möchte ich noch einmal erleben – und am liebsten mit dem BVB.“

http://www.bvb.de/?%82%9E*k%97%84%EC%5Db%E7%8C%98

Eines Tages wirst du, Dedê, im Trikot eines Gegners ins Westfalenstadion einlaufen. Sei dir immer zweierlei Sachen bewusst: Spieler wie dich vergessen wir in Dortmund nie. Und beim Einlaufen zum Aufwärmen im Stadion „links“ abbiegen.

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