Dortmund regiert, Hamburg applaudiert

Ballspielverein Borussia 1909 e.V. Dortmund gegen den Hamburger Sport-Verein e.V.. 12 deutsche Meistertitel, 5 DFB-Pokalsiege, 2 Siege im Landesmeisterpokal und 2 Siege beim Europapokal der Pokalsieger, über 3.000 Bundesligaspiele und 92 Jahre Bundesligazugehörigkeit. Kurz und knapp: Tradition OHNE Ende. Und weil Traditionsduelle in eben das Salz in der Suppe in der Fußballbundesliga sind, ist die Freude immer groß, wenn ein Verein wie der HSV in Dortmund zu Gast ist. Und in den vergangenen Jahren waren die Hamburger Fans auch immer diejenigen, die sich optisch in Szene zu setzen wussten. Also war alles angerichtet für ein tolles Duell.

Dumm nur, dass eine Mannschaft – die aus Hamburg – scheint so gar keine Lust hatte, dass Spiel zu gewinnen. In Halbzeit 1 stand Hamburg sehr tief, mit 2 Viererketten in der eigenen Hälfte. Nur Mladen Petric stand an der Mittellinie im Regen und schaute dem regen Treiben im Norden zu. Dortmund tat sich indes auch sehr schwer, was Kreatives auf den Rasen zu bringen und sich Torchancen heraus zu spielen. Dies gelang jedoch bis auf eine Chance von Mario Götze kurz vor der Halbzeit so gar nicht, weil der HSV es verstand, die Flügel zu decken und in der Mitte wenig Platz zu bieten. So plätscherte das Spiel mit dem Regen um die Wette und wenn Ze Roberto nicht Mario Götze am Strafraum umgesenst hätte, worauf hin Jürgen Klopp (wieder) zum HB-Männchen mutierte – man wäre fast eingeschlafen. Sowas gehört zum Fußball einfach dazu und macht ihn auch irgendwie menschlicher ein einer Zeit, wo jeglicher Art von Emotionen praktisch verboten sind.

In Halbzeit 2 ging es dann flott los. Noch keine 5 Minuten gespielt und der BVB zeigte eine seiner größten Stärken: Das Flügelspiel. Bender eroberte den Ball im Halbfeld und passte punktgenau Łukasz Piszczek, der den langsamen und indisponierten Hamburgern weglief und Kagawa die Pille auf dem Silbertablett servierte. Kagawa visiert den rechten Torpfosten an und weil Westermann nicht das Risiko eines Eckballs eingehen wollte, lenkte er den Ball dann unhaltbar in die Maschen des eigenen Tores ab. Aber ich glaube, die Murmel wäre auch so reingegangen.

Nachdem 1-0 musste der HSV endlich mehr machen als nur im Regen stehen und verteidigen und somit bot sich dem jungen BVB-Team immer wieder die Möglichkeit zu kontern, während der HSV mit Heung Min Son kurz für frischen Wind sorgen konnte. Schon krass, dass da ein 18-jähriger Südkorea die treibende Kraft ist in einem veralteten Hamburger Kader. Wie veraltet dieser HSV ist, konnte man dann in der 69. Minute sehen. Götze lief nach einem öffnenden Pass dem doppelt so alten Ze Roberto weg, lupfte den Ball über Drobny in den 5 Meterraum, wo Großkreutz blind mit dem Außenrist den Ball auf Barrios spielte, der noch einen Kaffee hätte trinken können, bevor Westermann oder Mathijsen auch nur in der Nähe hätten sein können. Danach war der Drops gelutscht und die Tribüne, die in der 1. Halbzeit nicht gut bei Stimmung war, feierte schon mal die ausgebaute Tabellenführer und die Meisterschaft.

Die schönste Szene gab es aber eigentlich nach dem Schlusspfiff, als die jungen Borussen bei ihrer Ehrenrunde an der Nordtribüne vorbeikamen. Die verbliebenen Hamburger Fans pfiffen diese nicht aus sondern applaudierten der Mannschaft. Eine sehr große Szene der Hamburger Fans! Daumen hoch!

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