Dortmund hat das Bayern-Gen

Gestern waren sie wieder zu Gast, die überaus sympathischen Traditionalisten der 1899 gegründeten Turn- und Sportgemeinschaft Hoffenheim. Und wie es sich für einen Traditionsverein gehört, wurde er von einer großen Anzahl an Gästefans begleitet, die vor allem wegen ihrer großen Liebe, der TSG sich auf den weiten Weg in die Niederungen des Ruhrgebiets machten. Am Ende kam der Schulden-BVB von Aki Schwatzke zu einem völlig unverdienten 1-1 in der Schlussminute, was Trainer-Ikone Rangnick zu Recht in Rage brachte.


In Wirklichkeit ist Hoffenheims Trainer Rangnick nicht anders als Dietmar Hopp, der Turn- & Sportverein und seine Fans Kunden: Dreck, absoluter Dreck. Wenn es nicht westlich von Tremonia einen noch viel sympathischeren Verein gäbe, wäre das Spielzeug von Hopp ganz oben auf der Abneigungsskala. Aber die Blauen haben wenigstens Tradition, eine Geschichte voller Skandale und ein paar Meisterschaften, an die sich nur kaum noch einer erinnern kann. Und sie haben eine über Jahre gewachsene Fanszene. Die brauchen keinen finanziellen Anreiz, um sich auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel zu machen. Fast die Hälfte (600 vom 1321) der angereisten Kunden waren nämlich gratis in Dortmund, weil sie bei einem ehrlichen und ohne Hintergedanken veranstalteten Gewinnspiel die glücklichen Gewinner waren. Mich würde mal interessieren, was die ganzen supertollen Fans Kunden der TSG vor 5 Jahren gemacht haben. Vermutlich waren sie schon damals richtige treue Fans…. vom 1. FC Kaiserslautern, dem Karlsruher SC, dem VfB Stuttgart oder vom Fc Bayern aus München. Aber kommen wir zum Spiel.

Die Borussia zeigte eine vergleichsweise schwache Leistung, vor allem Großkreutz, Bender und Kagawa merkte man ihre Müdigkeit an. Nach dem frühen 0-1 zeigten die Gäste eine taktisch sehr gute Leistung und sorgten dafür, dass die Borussia bis auf den Elfmeter nicht eine einzige Torchance in der 1. Hälfte hatte. Apropos Elfmeter: Wenn Schiedsrichterpflaume Stark den ersten Elfmeter abpfeift, ist es sein gutes Recht. Aber wenn er so kleinlich ist, dann muss er den 2. Elfmeter auch wieder zurückpfeifen. Denn wie Experte Stark sicherlich weiß, darf sich ein Torwart NUR auf der Linie zwischen den Pfosten bewegen und nicht auf einer imaginären Linie im Kopf des Torwarts, die 1,50 Meter vor der Torlinie liegt. Aber lassen wir das.

Der BVB tat sich also gegen eine taktische disziplinierte Gästemannschaft schwer und ging mit 0-1 in die Pause. Nach dem Wechsel kam Götze für Bender im defensiven Mittelfeld und ich hatte meine Zweifel, ob das wirklich klug sei. Sahin übernahm jedenfalls den defensiven Part, während Götze zu meiner Überraschung wirklich kreativ die 6er Position interpretierte. Mit ihm kam richtig Schwung rein und auch später, als da Silva seine Position übernahm und Götze auf Rechtsaußen rückte, war der junge Götze der kreative Antreiber. Jedoch hatte der BVB auch in der 2. Halbzeit wenig zwingende Chancen, sieht man von Barrios und Großkreutz ab. Sehr auffällig im Übrigen, wie sowohl Großkreutz als auch später Kagawa die Linkaußenposition eher als hängende Spitze interpretierten. Dadurch war die linke offensive Seite der Borussia praktisch tot. Auch ging es oftmals nur durch die Mitte mit hohen Bällen, die jedoch ohne große Probleme von Vorsah und Compper immer wieder geklärte werden konnten. Kurz bevor das Spiel in die Schlussviertelstunde ging, hatte dann Mister Stark seinen größten aller Auftritte, der interessanterweise von ALLEN TV-Sendern ignoriert wurde. Wieder mal langer Ball in den Strafraum, Subotic kommt an den Ball und wird von Beck im Strafraum von den Beinen geholt. Der Schiedsrichter hat es gesehen und pfeift folgerichtig… Abseits. Wieder einmal zeigte sich, wieso man die Sportschau einfach abschaffen sollte. Es geht dort schon lange nicht mehr um den Fußball, sondern darum, neben massig Werbung auch Politik zu machen. Kritische Worte über Köln, Gladbach oder Bayern gab es schon immer, aber über Hopp und seine tollen, freundlichen Spieler? Nein, lieber stellt man es so dar, als wären sie glasklar um den Sieg betrogen worden.  Zum Glück habe ich Sky. Deren Berichterstattung sucht in Deutschland seines gleichen.

Bis zum dem „Geschenk“ von Schiri Stark in der Nachspielzeit machten die Dortmunder erstmal das, was eigentlich nur die Bayern immer machen in solchen Situationen: Weiterspielen, immer weiterspielen. Viele reden dann immer von den Dusel-Bayern, wenn sie kurz vor knapp noch ein Spiel entscheiden. Aber mit dieser Spielweise erzwingt man halt auch Fehler der Gegner, Standartsituationen oder Elfmeter. Nach Köln in der letzten Woche traf der BVB also wieder in der Nachspielzeit, weil man es eben auch erzwungen hatte. Und sei es, wenn man einen Fehler des Schiedsrichters erzwingt.

So kam es also, wie es nicht hätte besser kommen können. Die Hoffenheimer machten das, was sie besonders gut können. Foulen, grätschen und schauspielern. Und als dann der Schiedsrichter endlich mal einen Fehler zu Gunsten des BVB machte, war Hoffenheim außer sich. Es wurde geschimpft, gemeckert und geflucht. Mein Freund Rangnick brachte es beim Kicker auf den Punkt:

„Ich habe keine Lust, das ganze Spiel Revue passieren zu lassen. Denn es reduziert sich für uns auf die 92. Minute. Es war ein Foul an Obasi und nicht von Obasi. Diese Entscheidung hat Dortmund den Ausgleich und einen Punkt beschert. Für uns fühlt sich das an wie eine Niederlage.“

Das vorher seine Truppe mehrmals bevorteilt wurde, dass will er (wie auch die TV-Anstalten) natürlich nicht wissen.

Wie dem auch sei: Sahin überließ da Silva die Ausführung des Freistoßes und der traf zum völlig verdienten Ausgleich. Das Stadion explodierte förmlich und während der Jubel noch nicht verhallt war, pfiff der Schiedsrichter ab. Danach zeigten die Hoffenheimer weiter ihre freundliche Seite und beschimpften die Unparteiischen, was Salihovic noch die Ampelkarte einbrachte. Aber was will man von denen schon erwarten?

Apropos Erwartungen: Gestern war der „Schmelzer ist scheiße“ Opa wieder da. Ich hielt ihn zwischenzeitlich schon für Verstorben, weil er jetzt jedes Spiel nicht nur Schmelzer, sondern auch seinen neuen Liebling, Sven Bender, ertragen muss. Da gewinnt der BVB 7 Spiele in Folge und der Penner hat nichts anderes zu tun, als nach dem 0-1 den Absturz der Borussia zu prophezeien, der er schon „seit Wochen“ vorhergesehen hat. Als er dann bei der Einwechslung von da Silva die Frage stellte, warum dieser „Amateur“ Klopp (Der Opa ist bekennender Fan des sammerschen Erlebnisfußballs) keinen weiteren Stürmer brächte, platze mir der Kragen. Auf meine Frage, welchen Stürmer er den bringen sollte, sagte brachte er den Namen Lewandowski ins Spiel. Auf meinen Hinweis, dass der schon spielen würde fiel ihm dann fast der Krückstock aus der Hand. Lustigerweise ging er auch schon wieder rechtzeitig, weil unter „diesem Trainer“ in den Schlussminuten eh nichts mehr passieren würde und verpasste somit das 1-1. Mit dem werde ich vermutlich noch viel Spaß haben.

5 Antworten auf „Dortmund hat das Bayern-Gen“

  1. Der WDR hat die Szene gezeigt, unser Freund Steffen Simon hat auch direkt ein "elfmeterwürdiges Foulspiel" erkannt, aber natürlich war Schiri Starks Entscheidung völlig richtig, schließlich kommt das Abspiel vor dem Foulspiel. Schließlich müsse man "die Entscheidungen dem Ablauf nach treffen." Die Regeln sagen im Übrigen, dass der Schiri erst dann auf Abseits entscheiden muss, wenn der abseitsstehende Spieler aktiv ins Spielgeschehen eingreift oder durch seine Position einen Vorteil für das angreifende Team entsteht. Simon endete seine Bericht mit den Worten: "Dabei war die einzig offentsichtliche Fehlentscheidung zu Gunsten der Borussia." Soooo lächerlich!

  2. So sehr ich mich über das Elfmeter-Theater geärgert habe und so sehr ich uns und den Hoppenheimern die Fehlentscheidung in der Nachspielzeit gegönnt habe: In der Szene mit Subotic war Hummels im Abseits. Entscheidend ist der Moment der Ballabgabe. Da Hummels eindeutig ins Spiel eingegriffen hat, stand er im Moment der Ballabgabe im Abseits. Und da hat Simon leider Recht, wenn er sagt, dass man den Ablauf beachten muss. Die Ballabgabe war vor dem Foul. Die offiziellen Fußballregeln lassen da keinen Spielraum und da kann es auch kein Gewohnheitsrecht geben wie bei den Elfmetern.

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