Die Südtribüne ist für den BVB kein Vorteil

Im bekannten und berühmten BVB-Forum wurde heute ein sehr interessanter Thread erstellt, der sich mit der Frage beschäftigt, ob es wirklich Auswirkungen gibt, wenn der BVB zunächst auf die Nordtribüne spielt und im 2. Durchgang auf die Gelbe Wand. In dieser Saison ist es relativ eindeutig, wurden doch beide Spiele verloren, wenn man zunächst auf die Südtribüne zu gespielt hat. Spielte man auf den Norden, so ist die Weste bisher absolut sauber. Aber wie sieht das Verhältnis über einen längeren Zeitraum aus? Ich habe mich mal dran gesetzt und folgendes zu „Papier“ gebracht.

Erklärung: Berücksichtigt wurden alle Heimspiele seit Amtsantritt von Jürgen Klopp. Die Begründung liegt zum einen darin, dass diese noch nicht zu sehr in der Vergangenheit liegen und darüber hinaus will ich mich einfach nicht an die Spiele unter Thomas Doll erinnern (12.05.2007 ausgenommen). Auch will ich das dem geneigten Leser nicht zumuten :-). Aber nun los!

Unter Jürgen Klopp gab es bisher 43 Heimspiele (Stand: 06.10.2010), davon 23 Siege, 13 Unentschieden und 7 Niederlagen. In den 43 Spielen spielte die Borussia 33 mal (76,74%) in der 1. Halbzeit auf die Nordtribüne und verlor davon 4 Spiele (12,12%), in 11 Spielen (33,33%) wurden die Punkte geteilt und es sprangen 17 Siege (54,54%) dabei heraus. Wurde zunächst auf die Südtribüne gespielt, was in 10 Heimspielen (23,25%) der Fall war, gewannen die Borussen davon 50% (5x) der Spiele, 2 Spiele endeten ohne Sieger (20%) und 30% der Spiele gingen in die Hose (3x). Also ist der Vorteil, in der 2. Halbzeit auf die Südtribüne zu spielen nur marginal.

Zum Pausenpfiff dieser 33 Spiele auf die Nordtribüne in Halbzeit 1 führte der BVB in 16 Duellen (48,48%), satte 15 mal führte gar keiner (45,45%) und 2 mal führten die Gegner (6,07%). Hatte man zur Pause als 63 Punkte erspielt, waren es nach dem Abpfiff 62 Punkte. Wurde zunächst auf den Süden gespielt, lag der Ballspielverein 4 mal (40%) zurück, teilte sich 3 mal die Punkte (30%) und ging in 3 Spielen (30%)  als Führender in die Pause.  Man hatte also 12 Punkte auf der Habenseite. Nach 90 Minuten waren es satte 5 Punkte mehr, nämlich 17. Der Mythos, dass der BVB erfolgreicher ist, wenn er in der 2. Halbzeit auf die Südtribüne spielt ist zumindest unter Jürgen Klopp also nicht gegeben. Um die These noch weiter zu widerlegen, kann man anführen, dass der BVB unter Klopp nur ein Spiel nach einer Halbzeitführung noch verloren hat, nämlich das Pokalspiel gegen Werder Bremen. Und hier spielte der BVB in der 2. Halbzeit wunschgemäß auf die Südtribüne.

Werfen wir noch einen Blick auf die erzielten Tore vor den jeweiligen Tribünen. Es fielen 79 Tore für den BVB in den Heimspielen unter Klopp, davon 36 in Halbzeit 1 und 43 in Halbzeit 2. Es fallen also 45,57% aller BVB-Treffer in Halbzeit 1, in Halbzeit 2 dann logischerweise 54,43%. Vor der Südtribüne schlug die Kugel 40x ein, vor der Nordtribüne wurde 39x gejubelt. Es ist also somit völlig egal, ob der BVB zu erst auf die Süd spielt oder auf die Nord. In dieser Saison gewann der BVB jedoch bisher alle Spiele, in der man zunächst auf die Nordtribüne spielte und verlor beide Partien, in der die Vorzeichen genau umgekehrt waren. Spielte er zunächst auf die Süd, hat der BVB bisher noch kein Tor erzielt und alle 3 Gegentore in der ersten Halbzeit kassiert. Spielte er auf die Nordtribüne in den ersten 45 Minuten, traf er 6x, führte aber nur in 2 von 4 Spielen. Spielte er auf den Süd, netzte er 7x ein und entschied damit auch die anderen 2 Partien, die zum Pausentee noch unentschieden standen.  Es tut sich also was.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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