Die Hände der Ultràs im Geschäft mit dem Fußball

An dieser Stelle möchte ich erneut auf einen sehr guten Blogpost auf altravita.com hinweisen. Neben den Einblick in das Verhältnis zwischen Milanikone Paolo Maldini und den Ultras in der Curva Sud hatte ich euch vorallem den Artikel über die Aktivitäten der Curva Sud ans Herz gelegt. Als Aufhänger dient wie schon dem Kicker (Ausgabe vom Montag, 03.05.2010) auch hier die Vorfälle während des Spiels zwischen Lazio Rom und Inter Mailand. Im Gegensatz zum Kicker zeigt dieser Artikel aber einen deutlichen tieferen Einblick in die Materie.

Das Thema ist so alt wie “Ultrà” selbst. Schon die Brigate Gialloblù aus Verona hatten ihr Sagen bei Spielerverpflichtungen. Schon immer hatten die größeren Kurven ihren eigenen Kartenverkauf und nicht zuletzt wurde der AC Milan-Vize Galliani unter Polizeischutz gestellt, als er als erster Club der Serie A die Fankarte “Tessera del Tifoso” einführte, die dem kurveninternen Tickethandel das Wasser abgräbt. Die Ultràs des F.C. Internazionale waren nicht die ersten, die mit Bengalowürfen einen Spielabbruch (im “Euroderby” 2003) herbeiführten, um den Verein qua Strafzahlungen zu erpressen. Und Paolo Maldini war nicht der erste Spieler, der merkte, dass es manchmal eben nicht nur “um die Farben” geht. Berizzi beleuchtet aber die neue Qualität. Es geht eben in der Tat nicht mehr darum, dass der Capo sich einen Neuwagen finanziert oder Käppis verkauft werden, um die Choreo zu finanzieren, sondern mittlerweile werden allein in der Curva Sud geschätzte mehrere Millionen Euro umgesetzt. Pro Saison. Und nur im “Kerngeschäft”. Und wenn du 500 muskelbepackte, angstfreie junge Männer anführst, dann liegt der Gedanke nahe, das Geschäftsmodell zu modernisieren. Wie gesagt, Kurven als “rechtsfreie Räume” sind eine prima Sache, es kommt nur darauf an, was man mit dieser Freiheit anstellt. Und der Macht.

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