Die einmalige Chance…

Am heutigen Tage steht Borussia Dortmund in meinen Augen in der Pflicht auf der ordentlichen Mitglieder-
versammlung des Ligaverbandes alle Anträge (vorallem Antrag 11) des Sicherheitskonzeptes abzulehnen, in denen es direkt um die Belange der Stadionbesucher geht. Fans, Fanklubs und Mitglieder des Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund haben mehr als deutlich gemacht, dass sie eine mögliche Begrenzung der Kartenkontigente bei Auswärtsspielen, Kollektivstrafen für eventuelles Fehlverhalten einzelner Fans oder die mögliche Durchführung von Ganzkörperkontrollen für kontraproduktiv und überzogen halten und daher abzulehnen sind durch die Vereinsführung.


Wie auch die anderen Vereine hat der BVB hier die Chance zu zeigen, dass man nicht nur Wert auf Kommunikation mit Mitgliedern, Fans und Fanklubs legt, sondern deren Meinung auch respektiert, selbst wenn sie nicht der Meinung der Vereinsführung entspricht. Es ist die EINMALIGE Chance, den gemäßigten Kräften in Dortmund den Rückenwind zugeben, den sie brauchen, um den Hardlinern unter den Fans zu zeigen, dass es sich doch lohnt, auf Dialog zu setzen und nicht mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Ein Konzept, was von der Basis der BVB-Fans getragen wird, ist in meinen Augen die einzige Möglichkeit, die Fanprobleme rund um den BVB zu lösen. Den wie viel Macht die Fans haben, wenn sie zusammen ein Ziel verfolgen, haben wir in den letzten 3 Wochen gesehen und vorallem gehört.

Ich bin im übrigen nicht mal gegen das Sicherheitskonzept an sich. Eine bessere Ausbildung des Ordnungsdienstes, eine verpflichtende Teilnahme der hauptamtlichen Fanbeauftragten an Sicherheitsbesprechungen bei Hochrisikospielen oder die generelle Pflicht, einen Fanbetreuer zu beschäftigen, halte ich für gut. Gerade Fanbeauftrage, die nah an der Fanbasis dran sind, halte ich für sehr wichtig. Hier hat der BVB schon die Vorreiterrolle übernommen, die ich mir auch morgen erhoffe. Denn wie der Verein, so können auch die Fans ihre Wünsche, Probleme und Ziele ohne Hilfe des Vereins nicht erreichen bzw. lösen. Diese Anträge fallen für mich in den Aufgabenbereich der Vereine bzw. Stadionbetreiber (Ordnungsdienst) und können daher auch ohne Zustimmung der Fanszenen angenommen werden.

Man kann nur hoffen, dass die Vereine  – allem voran mein Verein vertreten durch den von mir gewählten Präsidenten Herrn Rauball – die Chance nutzen und die fanrelevanten Anträge ablehnen, um sie noch mal in aller Ruhe mit den Fans zu besprechen und einen gemeinsamen Konsenz zu finden. Was passieren kann, wenn man den Hardlinern mit einer „Law and Order“ Haltung in die Karten spielt, haben wir alle erst vor kurzem miterlebt, als der Dialog zur Legalisierung von Pyrotechnik in Fußballstadien von Seiten des Verbandes abgebrochen wurde. Man muss kein Prophet sein um erahnen zu können was passiert, wenn der Verband bzw. in diesem Fall die DFL erneut nicht auf die Fans zugeht und die fanrelevanten Anträge gegen alle Widerstände durchboxt.

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