Die Borussia beraubt sich der eigenen Stärken

„Sensationell“, „Pokalblamage für den BVB“ oder „OFC blamiert den BVB“. Die Presse geht wieder ab wie Schmitz‘ Katze nach der neuerlichen Niederlage der Borussia aus Dortmund gegen einen vermeintlich kleinen Gegner. Für einen BVB-Fan ist das alles gar nicht „sensationell“, wenn der BVB bei einem unterklassigen Verein ausscheidet. Er ist es gewohnt. Und wenn ich ehrlich bin, juckt mich die Niederlage von Gestern auch kaum. Was mich aber wirklich „erregt“, ist die Tatsache, dass man sich selbst der eigenen Stärken beraubt hat und somit unnötigerweise Kräfte verbrauchte.

In dieser Saison zeichnete es den Ballspielverein Borussia 1909 e.V. Dortmund bisher immer wieder aus, dass er nach Balleroberungen blitzschnell umschaltete und brandgefährliche Konter gespielt hat. Fragt mal nach in Stuttgart, Gelsenkirchen, St. Pauli oder beim 1. FC Kaiserslautern. All diese Mannschaften sind gegen uns mindestens  einmal in einen Konter gelaufen, aus dem ein Tor resultierte. All diese Konter konnten aber nur deswegen so gefährlich und erfolgreich gespielt werden, weil neben dem schnellen Umschalten auch immer Anspielstationen auf den Flügelpositionen zur Verfügung standen. Komischerweise gibt es diese seit dem Hoffenheimspiel nicht mehr. Egal auf welcher Seite, ob links oder rechts; egal ob Kuba, Götze, Kagawa oder Großkreutz. Die Seiten sind offensiv verwaist.

Natürlich mag all dies mit den schwindenden Kräften vor allem bei Großkreutz und Kagawa zu tun haben, aber durch die taktischen Fehler machen es sich die Jungs noch viel schwerer. So war Großkreutz gestern mehr Mittelstürmer als Linksaußen, was nachher dann Barrios übernahm, da in der Mitte mit Lewandowski und eben Großkreutz die Mitte „zu“ war. Aber auch schon vor der Einwechselung von Großkreutz konnte Kagawa auf der linken Seite keine Akzente setzen. So war es ein leichter Arbeitstag für den Rechtsverteidiger von Offenbach.

Aber auch die rechte Seite war offensiv unzureichend besetzt: Götze und Piszczek zogen immer wieder in die Mitte, Götze spielte bis zu seiner Auswechslung fast alle Positionen im Dortmunder Mittelfeld, vom defensiven Sechser bis zum Allrounder auf beiden Flügeln. Nicht nur, dass der Junge sich dabei dumm und dusselige rennt, nein, er macht natürlich auch das Dortmunder Spiel ziemlich einfallslos. So kam es wie gegen Hoffenheim immer wieder zu planlosen (Fehl)Pässen im Spielaufbau und der daraus resultierenden enormen Laufarbeit für unsere Außenverteidiger bei den Gegenstößen der Kickers. Ebenfalls als Doublette des Spiels vom letzten Sonntag waren dann auch die Chancen. Kaum eine war davon wirklich herausgespielt, sondern eher Zufallsprodukte. Kaum eine Abwehr wird Schwierigkeiten haben, wenn der Gegner aus dem Halbfeld die Bälle ohne Tempo die Bälle in den Strafraum flankt.

So kam es dann zur der gestrigen Verlängerung mit einer Niederlage, die nicht unverdient war. Aber ein Beinbruch ist es auch nicht. Mir persönlich geht die Bundesliga über alles, Pokal und Uefacup sind nette Zugaben, die aber in der 1. Saisonhälfte keine höheren Prioritäten genießen (dürfen) als die Bundesliga. Also Jungs, besinnt euch auf eure Stärken und macht das Spiel breit. Dann klappt‘s auch mit den Mainzern.

PS: Noch kurz was zur Stimmung. Die war auf Dortmunder Seite unterirdisch. Aber was will man machen ohne Megaphon und ohne Dach über dem Kopf? Und einem Haufen Fans im Block, die die Liedtexte nicht können?

Die Offenbacher hingegen waren guter Stimmung, auch wenn die „Choreo“ so war wie die Dortmunder Stimmung. Aber gesanglich habe ich schon deutlich schlechteres erleben können.

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