Der BVB will mal wieder mehr Geld von den Fans

Wie in einem Artikel der Ruhrnachrichten und bei „Der Westen“ nachzulesen, erhöht der Ballspielverein Borussia 1909 e V. Dortmund wie im vergangenen Jahr die Kartenpreise, wenn auch weniger drastisch. Natürlich wird das Thema heiß diskutiert im bekannten BVB-Forum. Man kann über die Begründungen der Preiserhöhungen streiten, ob diese nun der „allgemeinen Inflationsrate“ oder der „28.000 Stehplätze“ geschuldet ist. Allerdings kann ich die Aufregung im die Preiserhöhung an sich nicht wirklich teilen. Ich brauche nicht mal ne fadenscheinige Begründung, warum die Karten nun wieder teurer werden. Ein „Is halt so“ würde mir schon reichen. Es zwingt mich ja niemand, die Preistreiberei mitzumachen.

Man kann es drehen und wenden wie man will, aber Fußball ist nun mal „nur“ ein Hobby wie jedes andere auch. Natürlich stimmt mich die Preiserhöhung nicht fröhlich, zumal wenn sie wie im letzten Jahr satte 75 € betragen hat. Aber ganz ehrlich: Niemand zwingt mich, mein mehr oder weniger hart verdientes Geld für den Besuch von 34 Bundesligaspielen auszugeben. Ebenso zwingt mich auch keiner, einen Audi zu fahren oder eine Playstation 3 zu besitzen. Ich mache es aber, weil es mir viel Spaß, am Wochenende in irgendeinem Fußballstadion in Deutschland zu stehen und der Borussia aus Dortmund bei der Torejagd zuzuschauen. Jeder muss eben für sich entscheiden, ob er bereit ist, für den Besuch eines Fußballspiels bzw. den Erwerb einer Dauerkarte (und / oder Auswärtsdauerkarte) die entsprechenden Preise zu bezahlen. Der andere gibt sein Geld eben für Party, Urlaub, Mode oder für einen schönen Abend mit seiner Freundin aus. So hat jeder ein „Hobby“, in was sein Geld fließt und wo er eben auch selber entscheiden kann, aber das Preisleistungsverhältnis passt oder nicht. Beim Fußball geht es zwar vornehmlich darum, schönem und erfolgreichem Fußball zusehen, aber das könnte ich ja auch zu Hause vorm TV. Aber das Stadionflair, das ganze Drumherum, von der Atmosphäre bis hin zu lustigen Touren quer durch die Republik sind es mir wert, eine gewisse Preissteigerung zu akzeptieren.

Meiner Meinung nach wird auch niemand wirklich ausgeschlossen, wie zum Beispiel in England (sofern man den Geschichten trauen kann). Dank der Stehplätze hat auch ein Jugendlicher, Student oder Auszubildender in der Regel die Chance, sich eine Dauerkarte oder Tageskarte für ein Spiel zu sichern. Wenn man sich bei einem Heimspiel umschaut, kann man eigentlich vom kleinen Jungen auf Papas Schoß bis zum rüstigen Rentner auch jede Altersklasse im Stadion finden.

Auf der anderen Seite sind die Eintrittspreise eben auch eine der wenigen Möglichkeiten, an dem der BVB noch zusätzliche Einnahmen generieren kann und es eben auch tun wird, solange die Absatzzahlen konstant bleiben. Allen Unkenrufen zum Trotz konnte der BVB trotz enormer Preissteigerungen zu Beginn der Saison 2009/2010 über 50.000 Dauerkarten absetzen und darüber hinaus den Zuschauerschnitt auf 77.246 (Vorjahr: 74.851) erhöhen. Konsequenterweise müsste jemand, der die „Preistreiberei“ bei den Dauer- und Tageskarten nicht mehr mit machen will, auf den Kauf entsprechend verzichten. Aber die Meisten werden ab dem 17.05.2010 wieder ohne lange mit der Wimper zu zucken ihre Dauerkarte kaufen.

Das der Fan allerdings auch nicht ewig ausquetschen lassen wird, kann man schön bei der Nationalmannschaft. Die Nationalmannschaft kämpft seit einigen Monaten damit, dass ihre Länderspiele nicht ansatzweise ausverkauft sind, egal ob gegen die Elfenbeinküste, Aserbaidschan, Norwegen, Belgien, Wales, Dänemark oder Argentinien. Dass dies natürlich nichts mit den Eintrittspreisen zwischen 20-80 Euro zu tun hat, versteht sich von selbst. Eigentlich sind nur die miese Anstoßzeit (die man ja selber festlegt) sowie die mangelnde Attraktivität der Gegner (die man sich ja für Testspiele selbst aussucht) schuld.

Gespannt bin ich darauf, ob der BVB die Preise bei den Europacupheimspielen in einer eventuellen Gruppenphase anpasst an der Attraktivität der Gegner. Das Heimspiel in der ersten Runde ist bereits im Dauerkartenpreis integriert, was für diejenigen schön ist, die das Spiel eh sehen wollten und weniger schön für die, die das Spiel nicht sehen können oder wollen. Allen Recht machen kann man es eh nie.

3 Antworten auf „Der BVB will mal wieder mehr Geld von den Fans“

  1. "Es zwingt mich ja niemand, die Preistreiberei mitzumachen."
    Genau das ist es. Niemand muss sein suaerverdientes Geld an die "überbezahlten" Kicker abgegeben. Sagte kürzlich selbst eine Spielerfrau. Wers bei lautem Gemecker dennoch tut? Meist die treuesten Fans… 😉

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