Der Auftakt in den August ist geglückt

Gestatten, Gastautor mein Name. Nach längerer Abstinenz komme ich nun doch noch mal zu Wort, allerdings nicht in heimischen Gefilden sondern hier bei tinneff-blog.de. Worum es heute geht? Wer sich das fragt ist selber Schuld. Ein Blick auf den Kalender zeigt es uns ganz klar: Einer der vermutlich schwersten Monate des vergangenen Jahres steht uns nun bevor. Auf insgesamt drei Hochzeiten wird im August getanzt – endlich! In meinem kleinen Text soll es hierbei aber um die erste der drei Hochzeiten gehen: Auftakt im DFB-Pokal.

Wie das ganze zustande gekommen ist, sollte hinlänglich bekannt sein. Unsere Borussia hat es sich mal wieder mit sämtlichen Losfeen in der Sommerpause verscherzt. Mit Wacker Burghausen wurde uns ein ähnlich weit entfernter Gegner wie letztes Jahr in der
ersten 1. Runde des allerseits beliebten DFB-Pokalʻs zugelost. Als ich vor dem TV die Auslosung verfolgt habe ging mir direkt die 1. Runde des Vorjahres durch den Kopf. Dort hieß der Gegner Weiden. Was mir davon im Kopf hängen blieb könnte auch dieses Jahr
wieder zutreffen: elendig weit weg, zig Stunden Busfahrt, die Kombination von prallender Sonne, Hitze und das fehlen eines Daches über dem Gästeblock führt zwangsläufig zu einem Sonnenbrand auf den kahlen Stellen auf dem Kopf und ein schlechtes Spiel das
aber doch zu Gunsten Borussiaʻs entschieden werden kann.

Beim BVB lief die Vorbereitung eigentlich wie am Schnürchen. Ich ging also sehr zuversichtlich in das Spiel rein. Bei Burghausen hingegen sah das etwas anders aus. Die Saison hat für Burghausen bereits begonnen. Kurz vor dem Spiel wurde mit Mario Basler
ein neuer Trainer geholt, nachdem der alten von selbigen Posten neudeutsch wegrationalisiert wurde. Moment mal, Mario Basler? Da kam mir direkt in Erinnerung, dass Kollege Basler letztes Jahr mit Trier im DFB-Pokal Runde um Runde weiter kam. Da die
Borussia ja irgendwie bekannt ist gegen Schwache Gegner gerne mal etwas zu wackeln war für mich ein lockeres weiterkommen nicht mehr Selbstverständlich. Aber dafür ist ja auch der DFB-Pokal bekannt und so beliebt. David gegen Goliath, jeder kann gewinnen.
Nach ersten Recherchen im Netz war klar, dass die Anreise per Bus stattfinden wird. WET dauert irgendwas um 17 Stunden ein Weg. Solche Fahrten hebe ich mir gerne für ein Saisonspiel mitten in der Saison auf. Ich will mein Pulver also nicht schon zu früh
verschießen. Jedes Wochenende muss ich so etwas auch nicht haben. Also los nach Burghausen. Ich entschied mich wie so oft in der letzten Saison für den Bus der Fanabteilung. Los ging es bereits Nachts gegen 3 Uhr um eventuellen Stauʻs etc. vorzubeugen. Bei kalkulierten 9,5 Stunden Fahrzeit kann ja doch eine Menge passieren. Also ab in den Bus und los ging es Richtung Süden.

Die Anreise verlief total problemlos. Ich entschied mich wie die meisten Insassen zu Beginn der Fahrt etwas Schlaf zu tanken und wachte so einige Stunden später kurz im Nirgendwo vor Nürnberg wieder auf. Top Sache, die Fahrt hatte sich am Ende angefühlt
wie max. 2-3 Stunden Busfahrt und war insgesamt sehr erträglich. An dieser Stelle sei ein wenig Werbung noch mal erlaubt. Fahrten mit den Bussen der Fanabteilung sind nur zu empfehlen. Insgesamt geht es da weit aus ruhiger zu als in manch anderen Bussen. Man
kann sich da prima unterhalten und ist nicht die ganze Zeit betrunkenem Gegröle ausgesetzt. Es blieb sogar Zeit sich meiner eigenen 4. Hochzeit zu widmen auf der ich derzeit leider Tanze in Form von lernen für Klausuren für das Studium. Gegen 13.00 Uhr erreichte man schon bereits Burghausen, dass sich rausgeputzt hatte. Durch einen feinen Ort ging es dann auf den letzten Metern Richtung Stadion unter anderem auch an der Geschäftsstelle vorbei. Die Geschäftsstelle sieht auf den ersten Blick aus wie ein Autohaus. Vermutlich war das Gebäude in früheren Tagen mal wohl ein solches.

Am Stadiongelände angekommen mit viel Zeit im Gepäck ging es erst mal zu dem angekündigten Fanfest. Dieses befand sich auf dem Zugang zum Gästeeingang. Dort standen etliche Bierzeltgarnituren aneinandergereiht, 2 Stände für Pils und ein kleiner
Stand mit dem begehrten Bratwurstbratgerät. Ach ja, Blasmusik von Musikern in Trachten wurde natürlich auch noch geboten. Ob das sein muss oder nicht sei mal dahingestellt. Immerhin gab es mir eine Möglichkeit ein Blondes zu vernaschen und etwas zu sitzen
bevor es los ging. Irgendwann trudelten auch die anderen Busse so langsam ein und es ging auf Richtung Stadioninneres. Allerdings durfte ich glücklicherweise wieder meinen Weg Richtung Innenraum suchen anstatt in den Gästeblock.

Ich hab meinen Platz dann vor der Kurve der „Ultras Black Side“ gefunden. Der Gästeblock war 30 Minuten vor Anpfiff schon richtig voll und auch sehr gut aufgelegt. Das fehlte mir persönlich etwas in letzter Zeit, einfach mal schon wenn die Jungs auf dem Platz sich warm machen in der Kurve was anstimmen. Mit Anpfiff fiel dann endlich der Startschuss in den so lang ersehnten August. Der BVB
zeigte sich von seiner besten Seite und ging direkt zur Sache. Alle Bedenken über ein schlechtes bzw. wackliges Spiel erwiesen sich als falsch. Bereits in der 4. Minute ging der BVB durch Lucas Barrios in Führung. Die Vorarbeit leistete unser neuer Flitzer aus dem
fernen Osten: Kagawa. Der Junge hat mir richtig gut gefallen. Ich durfte Ihn am Samstag zwar erst das erste mal sehen, dafür hinterließ er bei mir aber einen sehr guten Eindruck. Der BVB wurde mit dem Tor im Rücken stärker und setzte sich in der Hälfte von
Burghausen fest. Viel ging über die rechte Seite, auf der Kuba das ein oder andere feine Duell für sich entscheiden konnte.

Auf den Rängen war ein ähnliches Bild. Der BVB-Pöbel zeigte sich von einer gut aufgelegten Seite. Ich stand ja genau auf der anderen Seite vom Spielfeld vor der heimischen Kurve, konnte unseren Pöbel aber die vollen 90 Minuten sehr gut vernehmen.
Und das ohne Hilfsmittel wie ein Dach. Die Vorfreude auf Hochzeit Nummer drei (EL) hatte sich auch im Liedgut festgesetzt. Viele Borussen kündigten von der Tribüne aus an mit ans rote Meer zu fahren. Auf der Heimseite ging es etwas ruhiger zu, jedoch gab es zu keinem Zeitpunkt eine komplette Unterbrechung im Support. Zu erwähnen sind hier sicherlich noch zwei Dinge. Zum Intro gab es eine Kleinigkeit zu sehen. Die Leute aus Burghausen entschieden sich „für die Sache mit den Fähnchen“. Viele Karierte Fahnen in schwarzweiß und ein Spruchband wurden hochgehalten. Zum Intro gab es auf Seiten des BVB nichts. Allerdings war wohl etwas geplant. Material hierzu hatte ich auch vor dem Gästeblock noch gesehen. Nach meinen letzen Informationen war das Choreomaterial wohl schon im Block gewesen, musste dann aber wieder raus da es den Brandschutzbestimmungen oder irgendwie so etwas in der Richtung nicht entsprach. Das habe ich aber auch nur so am Rande mitbekommen. Bei Burghausen hat mir ein Lied sehr
gut gefallen, womit ich auch schon bei Punkt zwei wäre. Ich find selbiges leider bei deiner Tube des Vertrauens nicht. Benötigt wird hierfür aber gefühlt ein komplettes Schlagzeug. Auf mal schallte hinter mir aus dem Block ein Beat, der nur mit einem ganzen Schlagzeug realisierbar ist. Dazu gab es dann 4 Phasen. Phase 1: Der Mob klatscht zu dem Beat. Phase 2: Der Mob singt leise „aaaa“ zu dem Beat. Phase 3: Der Mob brüllt „Ohhh“. Phase 4: „Der Mob rastet aus und brüllt passend zum Beat „Wacker Burghausen allez, allez allez“. Liest sich bestimmt scheiße, war es aber bei weitem nicht.

Später im Spiel bedachten beide Kurven zusammen ihren Sektionen gefüllt mit Stadionverbotlern. Wobei sich nach hörensagen wohl unsere Sektion SV das Spiel von einem Springturm aus dem benachbarten Freibad angeschaut hat. Das konnte ich aber leider von meiner Sitzposition aus nicht sehen.

Das Spiel plätscherte so vor sich hin, der BVB netzte noch zwei mal weiter ein. Viel gibt es da nicht mehr zu schreiben. Es wurde ausgelassen gefeiert im Gästeblock. Insgesamt kann man sagen, es war ein Rundum gelassener und vor allem gelungener
Auftakt. Die Rückfahrt gestaltete sich genau wie die Hinfahrt als absolut unproblematisch. Doof ist immer nur, das alle Busse immer zeitgleich den ersten Rasthof anfahren müssen. Dann stehen da auf mal 150 Mann in der Tanke und wollen Pils. Das klappt nie vernünftig. Die Zeit auf der Rückfahrt ging flott rum und wurde sich zunächst mit dem Spiel vertrieben, dass keinen Namen hat aber jeder kennt. Man benötigt drei Kronenkorken und einen Tisch. Da ich und meine Reisegefährte alle Vorraussetzungen erfüllten konnte das Match steigen. Es geht darum immer einen Kronenkorken durch die beiden anderen zu schnipsen. Das Spiel ist so unlustig und einfach elektrisiert aber trotzdem ungemein. Beim Stand von 60:56 gegen mich entschied man sich aber dazu es sein zu lassen, noch ein Leckerchen der Größe 0,5l zu vernaschen und die Augen zu schließen. Kurz vor Dortmund bin ich wieder pünktlich aufgewacht. Schon gegen 2.00 Uhr ca. in der Nacht waren wir da. Ich glaube wir haben nur eine Pause gemacht direkt zu Beginn am Rasthof und einen Fahrerwechsel von 10 min. Sonst ist der Busfahrer so durchgeballert in Rekordzeit.

Ein schöner Samstag liegt also nun hinter uns. Der Auftakt in der ersten Hochzeit ist geglückt. Unter der Woche geht es dann direkt mit Hochzeit Nummer 2 los im heimischen Westfalenstadion. Ich freu mich jetzt schon auf die Sitzproblematik auf der Süd. Irgendwie
müssen die ganzen Leute ja in die Blöcke drölf rein. Es hat ja fast kein Schwein eine Option. Am Wochenende geht es dann auch im Ligaalltag los gegen die Leverkusen. Die haben übrigens mit 11:1 gewonnen im DFB-Pokal. Ganz so viele Tore sollten es am
Sonntag aber dann doch nicht werden.

Anmerkung: Vielen Dank an Stolle für diesen Bericht aus Burghausen. Stolle betreibt neben seinem Blog auch den sehr hörbaren BVB-Podcast zusammen mit MauriciusQ und Jens aka „Zottel“. Zudem ist Stolle begeisterter Fotograf, was man neben den obigen Fotos auch hier sehen kann.

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