Blogschau: Wie sehen andere den Boykottaufruf? – Teil 13

Am heutigen Mittwoch geht die Blogschau weiter, diesmal mit Andi aka Baziblogger. Andi ist Fan des FC Bayern München und schrieb u.a. diesen Text über Metzelder und den BVB. Irgendwie sind die Kommentare ziemlich lustig unter aktuellen Gesichtspunkten 😉 Aber nun zurück zu Andi. Im übrigen haben Bayern und Kölner sich am Samstag auch zum Protest via Spruchbänder geäußert. Schöne Aktion.

1. Was denkt/denke ihr/Sie generell über die Aktion?

Ich finde das gar nicht übel. Ich kenne mich zwar nicht mit den Finanzen der Schalker aus – und die Dortmunder vermutlich auch nicht – aber so ein Boykott ist ein gutes Zeichen an die eigenen Fans. Es kommt ja schon so rüber: „Wir haben neue internationale Stars und wer die sehen will, der zahlt jetzt doppelt so viel Eintritt“. Die Dortmunder Fans (und natürlich alle anderen) müssen die Stars der Schalker nicht finanzieren, auch wenn ich mich da von möglicherweise leicht populistisch angehauchten Phrasen leiten lasse.

2. Wie beurteilen/beurteilt Sie/ihr die Preisentwicklung in fremden Stadien?

Das kann ich leider nicht beurteilen. Als Bayernfan in Ostwestfalen ohne Vereins- oder Fanclub-Mitgliedschaft habe ich es schwer, überhaupt ein Bayernspiel ansehen zu können.

3. Sind hohe Preise wie z.B. in Hamburg oder bei einem Derby mit der Attraktivität der Stadt oder des Spiel zu rechtfertigen?

Wirtschaftlich kann ich das nachvollziehen. Aber vielleicht sollte man unterscheiden. Bin da auf der Seite von Uli Hoeneß: Die „Eventfans“, die es chic finden, ins Stadion zu gehen und dabei womöglich einen Anzug tragen, die können von mir aus ein bisschen mehr zahlen, das sind häufig wahrscheinlich Veranstaltungen im Rahmen von Business-Terminen. Sollen die ruhig etwas mehr zahlen, denen tut es nicht weh und der „normale“ Fan und auch der Jugendliche kann dadurch möglichst günstig ins Stadion kommen.

4. Würden/Würdet Sie/ihr die Aktion unterstützen und beispielsweise dem Gastspiel fernbleiben (Dortmund inklusive)?

Ich glaube schon. Kommt sicherlich darauf an, ob man als Fanclub hingeht, oder allein. Wenn ein Fanclub geschlossen der Meinung ist, den Boykott mitzumachen – Hut ab, da habe ich Respekt vor, wenn man trotz der Möglichkeit, dieses immer interessante Derby sehen zu können, dennoch aus Gründen von Stolz und Gemeinschaftlichkeit fern bleibt.

5. Wie empfinden/empfindet Sie/ihr die Preisentwicklung bei euren Vereinen?

Kann ich – wie bei Punkt 2 – leider auch nicht wirklich beurteilen.

Wenn ich aber mal ins Ticketing des FC Bayern schaue und an einem passenden Spiel die Möglichkeit hätte, würde ich die geforderten Preise schon ohne Kopfzerbrechen in Kauf nehmen. Man kann sich in der Preisgestaltung durchaus am „gebotenen Spielermaterial“ orientieren.

Wenn ich Robben, Ribery & Co. in einem modernen Stadion sehen kann, dann darf das ruhig mehr kosten, als wenn ich Benny Köhler und Ioannis Amanatidis sehe. Aber eine urplötzliche Anhebung auf den doppelten Preis, ist äußerst zweifelhaft.

Dank an Andi.

Sollte jemand Lust haben, ebenfalls an der Blogschau teilzunehmen, so kann er dies gerne tun. Bitte einfach die Antworten an webmaster[at]tinneff-blog[punkt]de senden. 🙂

Ältere Teile:

3 Antworten auf „Blogschau: Wie sehen andere den Boykottaufruf? – Teil 13“

  1. Es ist doch so, wenn ich als Bayern-Fan Auswärtskarten ordere, muss ich – um sicher zu stellen, dass ich auch welche bekomme – mich einverstanden erklären, auch Karten höherer Preiskategorien zu akzeptieren. Sind die Stehplatzbereiche vergeben, bekomme ich dann eine Sitzplatzkarte zugeteilt. Diese kostet für das Spiel in Dortmund 46,80 EUR zzgl VVG und Versandkosten – also über fünfzig Euro. Finde ich das angemessen? Nein. Aber wenn ich auf diese Option verzichtet hätte, wäre ich leer ausgegangen, da (vermutlich) die Stehplatzbereiche zunächst den Mitgliedern von Bayern-Fanclubs vorbehalten sind.

    Top-Zuschläge waren immer Abzocke, aber das gibt es doch schon seit den Achtzigern – ist also keine neue Vorgehensweise. Toll finde ich, dass sich vereinsübergreifend hier die Fans gegen die zu erwartende – sich nach oben drehende – Preisspirale zur Wehr setzen. Verhältnisse wie in England machen auf Dauer den Fußball kaputt. Die Stimmung in vielen englischen Stadien ist aufgrund einer Veränderung der Publikumsstruktur merklich zurück gegangen. Das kann niemand wollen.

    1. Interessante Sichtweise. Natürlich hat man gerade als Bayernfan auch das Problem, dass man pratkisch in jedem Stadion 1. mehr Anfragen als verfügbare Karten hat und 2. man überall Topzuschlag bezahlt. Umso wichtiger wäre es natürlich, gerade die Bayern mit ins Boot zu bekommen. Wobei die Umsetzung wohl schwieriger als beim BVB sein wird, dass der Anteil der "Umlandfans" noch höher sein wird als beim BVB. Zudem weiß ich auch nicht, in wie weit so eine Aktion von der Masse der Bayernfans getragen werden würde.

      Aber wir sitzen halt im selben Boot, in Ge seit ihr ja auch betroffen von Kartenpreisen jenseits der 50 Euro. Und da bekommen nicht 2905 Bayernfans einen Steher.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.