Anspruch und Wirklichkeit

Jakub Blaszczykowski, genannt „Kuba“, ist unzufrieden mit seiner Rolle beim deutschen Meister aus Dortmund. Das ist an sich nicht weiter verwunderlich, sitzt er doch in der Regel auf der Bank und darf seinen Kollegen beim kicken zu gucken. Auf der anderen Seite ist man auch beim BVB nicht glücklich über die Leistungen des Polen. Sicherlich nicht wenige haben sein Fragenzeichen auf der Stirn, wenn sie darüber grübeln, warum der Pole keine Konstanz in seinen Leistungen hat. Der Pole selber hat dafür nun eine Erklärung gefunden.

Glaubt man einem Artikel der Reviersport, so liegt der Grund für die schwachen Leistungen am System der Borussia, welches das Team unter der Regie von Jürgen Klopp von der Schießbude der Liga zum deutschen Meister gemacht hat. Er wäre nicht ganz damit zufrieden, wie er vom Klub „ausgenutzt würde“, wird er doch auf Grund der Defensivaufgaben „seiner Stärken“ beraubt. Um Abschluss krönt er dann seinen Unmut mit den Worten:

„Wenn ich keine Gelegenheit habe oft zu spielen, dann muss ich meine Fähigkeiten nicht unbedingt in Dortmund ausprobieren.“

Da kann man auch mal Fragen, um welche Fähigkeiten es sich handelt. In keinem Wort geht Kuba nämlich auf seine Leistungen ein. Statt selbstkritisch mit seinen Leistungen umzugehen, wie es die Herren Hummels und Subotic im Nachgang der 0-3 Klatsche in Marseille getan haben, sucht der Pole die Ursachen im taktischen System des Meistertrainers. Kein Wort verliert er über seine seit 2007 belegbare Abschlussschwäche, ebenso krankt es an der Qualität der Vorlagen und Flanken des Flügelflitzers. So kommt Jakub Blaszczykowski auf 8 Tore und 19 Vorlagen in 120 Bundesligaspielen. Zum Vergleich: Exakt dieselbe Anzahl an Toren und Vorlagen kann Jungspund Mario Götze vorweisen. Er benötigte dafür jedoch nur 44 Bundesligaspiele.

Im Grunde ist gegen eine Kritik am Trainer nichts einzuwenden. Wenn man sich auf einer anderen Position stärker sieht, kann man das gerne äußern. Unabdingbar ist jedoch, dass die Leistungen des Spielers im Vorfeld diese Kritik auch rechtfertigen. Bei Jakub Blaszczykowski ist das Delta zwischen Anspruch und Wirklichkeit ungefähr so groß wie der Abstand des FC Augsburg zu einem gesicherten Klassenerhalt. Und ebenso wie der  FC Augsburg wäre ich auch beim Polen nicht verwundert, wenn er im nächsten Jahr nicht mehr in der 1. Fußballbundesliga spielen würde.

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